Öffnung im Juni geplant Kalifornien will Wirtschaft wieder hochfahren

Stand: 07.04.2021 14:49 Uhr

Kalifornien hat angekündigt, etwa den Einzelhandel von Mitte Juni an wieder vollständig zu öffnen. Mit dem Impfen kommt der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat gut voran. Es bleiben aber Risiken.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

"Wir sehen ein helles Licht am Ende des Tunnels", sagt der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, als er medienwirksam eine Pressekonferenz in einem Massenimpfzentrum in San Francisco abhält. Dort verkündet er den nächsten großen Schritt seines Pandemieplans: die Öffnung der Wirtschaft zum 15. Juni. Wenn alles so gut laufe wie bisher, könne man dann beispielsweise die volle Kapazität an Kunden in Geschäften zulassen.

Voraussetzung dafür sei aber, so Newsom, dass weiterhin genug Impfstoff geliefert werde, die Fallzahlen niedrig blieben und die Krankenhäuser wenig Covid-19-Patienten versorgen müssten. Zudem bedeute eine Öffnung nicht gleichzeitig das Ende der Pandemie. Vorsichtsmaßnahmen wie etwas das Tragen von Masken blieben auch weiterhin bestehen.

Die strengsten Regeln gab es in Kalifornien

Kalifornien hatte einige der strengsten Corona-Regeln in den USA umgesetzt. Im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten wie Texas oder Florida blieb Kalifornien stets bei einer Maskenpflicht für alle Menschen ab zwei Jahren aufwärts. 

Nach einem katastrophalen Dezember und Januar mit 40.000 bis 50.000 Fällen pro Tag hat sich die Situation in Kalifornien weitestgehend entspannt. Derzeit liegen die Zahlen im Sieben-Tages-Durchschnitt bei unter 3000 Fällen pro Tag.  Hinzu kommt eine erfolgreiche Impfkampagne: Knapp 20 Millionen Impfdosen sind bereits gespritzt worden, knapp 19 Prozent der Kalifornier sind vollständig immunisiert.

Gouverneur braucht gute Nachrichten

Kalifornien verimpfe derzeit zweieinhalb Millionen Dosen Impfstoff pro Woche, man könne aber das Doppelte leisten, rühmte sich Gouverneur Newsom. Für den Demokraten ist es derzeit besonders wichtig, positive Nachrichten zu verbreiten. Denn gegen ihn läuft eine vor allem von Republikanern angestoßene Kampagne, die auf eine Neuwahl abzielt. Hunderttausende Unterschriften wurden bereits gesammelt, möglicherweise könnte es im Herbst eng für den kalifornischen Politiker werden. Da kommt die Nachricht zur Öffnung der Wirtschaft gerade recht.

Ist die Euphorie verfrüht?

Gesundheitsexperten warnten vor allzu großer Euphorie: "Die Realität mit mehr Mutationen und steigenden Zahlen auf der ganzen Welt ist, dass das wir weiter den Regeln der öffentlichen Gesundheit folgen müssen, bis mehr Menschen geimpft sind", sagte die Gesundheitsbeauftragte des Großraums Los Angeles County, Barbara Ferrer.

Im Moment bewegt sich die Kurve der Zahl der Neuinfektionen in Kalifornien nach unten, der "Golden State" hat eine der niedrigsten Coronavirus-Fallraten der USA - im Gegensatz zu anderen Teilen des Landes, wo die Zahlen trotz einer gut laufenden Impfkampagne wieder nach oben schnellen. Ob Kalifornien seinen Erfolg dauerhaft halten kann, wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. April 2021 um 13:12 Uhr.

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