Sparmaßnahmen wirken TUI verliert weniger Geld

Stand: 09.02.2021 14:04 Uhr

Die Corona-Krise ist für den staatlich gestützten Reisekonzern TUI noch lange nicht ausgestanden. Auch das Schlussquartal 2020 brachte hohe Verluste. Die Sparanstrengungen zeigen aber Wirkung.

Der Mittelabfluss bei TUI ist noch lange nicht gestoppt, aber der Reisekonzern kann erste Erfolge seiner Sparanstrengungen vermelden. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres (Oktober bis Dezember 2020) konnten diese Abflüsse auf durchschnittlich rund 300 Millionen Euro pro Monat gesenkt werden. Zuvor hatte der Touristikkonzern nach eigenen Angaben mit monatlich 400 bis 450 Millionen Euro Minus gerechnet.

Mittelabflüsse allmählich reduzieren

TUI-Chef Fritz Joussen setzt den Rotstift dabei in der Verwaltung des Konzerns, aber auch bei sogenannten "strukturellen Risiken" an, dazu gehört etwa die Flugtochter TUIfly. Darüber hinaus sollen Finanzierungen optimiert und das Liquiditätsmanagement verbessert werden. Im laufenden ersten Quartal sollen so die Verluste auf 250 bis 300 Millionen Euro pro Monat eingedampft werden.

Fritz Joussen, Vorstandsvorsitzender der TUI Group | Bildquelle: dpa
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Fritz Joussen, Vorstandsvorsitzender der TUI Group

Das Ende Januar umgesetzte dritte Corona-Hilfspaket für TUI mit einem Volumen von 1,8 Milliarden Euro soll nun die Liquidität "bis zur geplanten Rückkehr des Geschäfts" sichern. Im Frühjahr 2020 hatte TUI als erster deutscher Großkonzern öffentliche Unterstützung in Anspruch nehmen müssen. Insgesamt drei Hilfspakete umfassen mittlerweile 4,8 Milliarden Euro - zu großem Teil Kredite, die über private Banken oder die staatliche Förderbank KfW fließen.

Verluste und Umsatzeinbußen

Das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres war aber erneut von roten Zahlen gekennzeichnet. Der Konzernverlust lag bei 813,1 Millionen Euro, wie TUI mitteilte. Der Umsatz brach von Oktober bis Dezember 2020 um rund 88 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 468,1 Millionen Euro ein.

Das Unternehmen muss weiter auf einen "zügigen Impfverlauf" hoffen, zunächst im wichtigen Markt Großbritannien. Auch die Einführung von Schnelltests verbindet TUI mit der Hoffnung auf ein baldiges "Ende des Stillstands im Tourismus". "Je entschlossener die Impfkampagnen umgesetzt werden, desto schneller können wir zu einer echten Reisefreiheit zurückkehren", so Joussen bei der Vorstellung der Bilanz.

Höhere Preise bei Sommerbuchungen

Für den Sommer 2021 verzeichnete TUI bislang 2,8 Millionen Buchungen - dies entspreche rund 56 Prozent der Nachfrage "zum vergleichbaren Zeitpunkt für den Sommer 2019". Die Durchschnittspreise liegen dabei laut Konzern nun 20 Prozent über denen des Vorjahres. Die Kunden buchten in diesem Jahr deutlich später ihren Sommerurlaub, wollten aber weiterhin reisen, erklärte Joussen. "Die Urlauber holen nach und sind bereit, mehr für ihre Ferien zu bezahlen. Für den Tourismus, aber auch für Gastronomie und Kulturbetriebe ist dieser Trend ein gutes Signal."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. Februar 2021 um 11:37 Uhr.

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