Kraftwerkssparte betroffen Siemens Energy baut 7800 Stellen ab

Stand: 02.02.2021 09:56 Uhr

Die Tochter des Siemens-Konzerns verschärft den Sparkurs und richtet sich stärker auf erneuerbare Energien aus. Dem Strategiewechsel fallen nun Tausende von Jobs zum Opfer, ein Teil davon in Deutschland.

Der Energiekonzern Siemens Energy baut weitere Arbeitsplätze ab. Um Kosten zu sparen und die Profitabilität zu verbessern, sollen 7800 Stellen bei der Sparte Gas and Power gestrichen werden, davon 3000 in Deutschland, wie das Unternehmen mitteilte. Standortschließungen soll es dabei allerdings nicht geben.

Kohlekraftwerke als Auslaufmodell

Mit dem Abbau reagiert Siemens Energy auch auf den Wandel im Energiemarkt hin zu erneuerbaren Energien. So beteiligt sich das Unternehmen nicht mehr an Neuausschreibungen für Kohlekraftwerke. Zudem wird das Geschäft mit so genannten aeroderivativen Gasturbinen - die in der Bauweise Flugzeugtriebwerken nachempfunden sind - zurückgefahren. Siemens Energy hatte im vergangenen Jahr hohe Abschreibungen auf das Geschäft vornehmen müssen.

Der Abbau verfolgt auf finanzieller Seite das Ziel, die Kosten im Geschäft mit fossilen Energien mindestens um 300 Millionen Euro zu senken. Der Abbau soll bis Ende des Geschäftsjahres 2025 (per Ende September) erfolgen, der Großteil ist für das Geschäftsjahr 2023 geplant. Rund drei Viertel der betroffenen Stellen entfallen den Angaben zufolge auf Management, Verwaltung und Vertrieb.

Profitabilität soll steigen

Konzernchef Christian Bruch will mit den Maßnahmen die Profitabilität von Siemens Energy steigern. Die Sparanstrengungen umfassen Einsparungen bei externen Dienstleistern und beim Einkauf über eine optimierte Logistik bis zur deutlichen Vereinfachung der IT-Landschaft.

Damit will Siemens Energy bis 2023 seine bereinigte operative Marge von 6,5 Prozent auf 8,5 Prozent steigern. Die Kosten der Einsparungen und Umstrukturierungen sollen sich für die Geschäftsjahre 2020 bis 2023 auf einen mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belaufen. Die Aktie des Unternehmens, die im MDAX der Deutschen Börse notiert, reagierte am Dienstagmorgen mit deutlichen Gewinnen auf die Ankündigungen.

Siemens Energy ist im abgelaufenen Quartal (bis Ende Dezember) wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nach Steuern verdiente das Unternehmen 99 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum hatte es Verluste gegeben. Der Umsatz legte leicht zu. Das Wachstum kam dabei durch die gute Entwicklung bei Siemens Gamesa. Der Windturbinenbauer, an dem Siemens Energy zu 67 Prozent beteiligt ist, hatte bereits vergangene Woche Zahlen vorgelegt.

Siemens Energy will 7.800 Stellen streichen, 3.000 davon in Deutschland

02.02.2021 09:39 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Februar 2021 um 08:00 Uhr.

Darstellung: