Neue Daten zu Impfstoff BioNTech-Vakzin auch bei -15 Grad stabil

Stand: 19.02.2021 15:48 Uhr

Der BioNTech/Pfizer-Impfstoff bleibt offenbar bei deutlich höheren Temperaturen stabil als bisher bekannt. Damit könnte er künftig auch in gängigen pharmazeutischen Kühlschränken gelagert werden, teilten die Unternehmen mit.

Der Impfstoff des Mainzer Unternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer kann laut Daten der Entwickler auch bei höheren Temperaturen gelagert werden als bisher bekannt.

Auch bei einer Lagerung bei -25 bis -15 °C sei der Impfstoff stabil, erklärten die beiden Unternehmen. "Diese Temperaturen können von gängigen pharmazeutischen Gefrier- und Kühlschränken aufrechterhalten werden."

Einfachere Handhabung in Apotheken und Impfzentren

Die neuen Daten seien bereits bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, erklärten die Unternehmen. Damit solle die Notfallzulassung dahingehend ergänzt werden, dass der Impfstoff "für zwei Wochen bei diesen Temperaturen" gelagert werden könne. Dies würde "eine Alternative oder Ergänzung zur Lagerung in speziellen Ultra-Tieftemperatur-Gefrierschränken bieten", wie sie bisher nötig ist.

"Die eingereichten Daten könnten die Handhabung unseres Impfstoffs in Apotheken vereinfachen und den Impfzentren eine noch größere Flexibilität bieten", erklärte BioNTech-Chef Ugur Sahin. "Wir werden unsere Expertise weiterhin einsetzen, um mögliche neue Formulierungen zu entwickeln, die den Transport und die Anwendung unseres Impfstoffs noch einfacher machen könnten." 

Bisher ist vorgeschrieben, dass der Impfstoff bei Temperaturen zwischen -80°C und -60°C gelagert werden muss.

Studie: Erste Dosis bereits hochwirksam

Einer neuen Studie zufolge ist der BioNTech/Pfizer-Impfstoff schon nach der ersten Dosis hochwirksam. Bereits zwei bis vier Wochen nach der ersten Spritze liege die Wirksamkeit bei 85 Prozent, heißt es in einer in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Untersuchung.

Die Studie basiert auf den Daten von medizinischem Personal des größten israelischen Krankenhauses, das in den vergangenen Wochen mit dem Vakzin geimpft wurde. Untersucht wurden mehr als 9000 Mitarbeiter des Sheba-Krankenhauses bei Tel Aviv, von denen rund 7000 die Impfung erhielten.

Demnach gab es 15 bis 28 Tage nach der ersten Dosis 85 Prozent weniger symptomatische Infektionen. Die Zahl aller Infektionen, also auch der asymptomatischen, ging um 75 Prozent zurück.

Rückendeckung für britische Strategie

"Dies stützt die Entscheidung der britischen Regierung, damit zu beginnen, ihre Bürger mit einer einzigen Dosis zu impfen", sagte der stellvertretende Generaldirektor des Krankenhauses, Arnon Afek.

Großbritannien hatte entschieden, den Abstand zwischen der ersten und der für den vollen Immunschutz nötigen zweiten Impfdosis auf zwölf Wochen zu verlängern, um schneller mehr Menschen immunisieren zu können. Pfizer empfiehlt einen Abstand von drei bis vier Wochen. Frühere Analysen hatten dem Impfstoff eine hohe Wirksamkeit hinsichtlich der Verhinderung symptomatischer Infektionen eine Woche nach der zweiten Impfung bescheinigt. Einer jüngsten Erhebung der Krankenkasse Clalit zufolge betrug diese 94 Prozent.

Mögliche Weiterverbreitung wird noch erforscht

Ungeklärt ist weiterhin, ob vollständig geimpfte Personen das Coronavirus weiterverbreiten können. "Das ist die große, große Frage, an der wir noch arbeiten", sagte Studien-Mitautor Gili Regev-Yochay. In Israel haben bereits 4,23 Millionen Menschen und damit 47 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. 2,85 Millionen Menschen davon haben bereits beide Dosen bekommen.

Pfizer Biontech: Nach den überhöhten Preisvorstellungen jetzt Lieferprobleme
Helga Schmidt, ARD Brüssel
20.02.2021 06:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Februar 2021 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.

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