Kampf gegen Corona Bahn plant eigene Impfzentren

Stand: 21.04.2021 13:06 Uhr

Ähnlich wie andere Großunternehmen bereitet auch die Deutsche Bahn Impfungen im eigenen Unternehmen vor. Dazu sollen mindestens zehn Impfzentren eingerichtet werden.

Wenn ab Juni auch Betriebsärzte mit Impfstoff beliefert werden können, wie es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Montag angekündigt hat, will die Deutsche Bahn ihre Mitarbeiter selbst impfen. Dazu sollen an mindestens zehn Standorten in Deutschland Impfzentren eingerichtet werden.

"Die ersten entstehen jetzt in München und Nürnberg", teilte eine Sprecherin mit. Weitere Orte wurden zunächst nicht bekannt. Welcher Impfstoff zum Einsatz komme, stehe noch nicht fest. Sobald genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, sollten so viele "systemrelevante Mitarbeitende wie möglich ein Impfangebot von ihrem Arbeitgeber erhalten".

Der Konzern geht davon aus, dass ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland als systemrelevant eingestuft sind. Viele von ihnen gehören demnach zur Gruppe 3 in der Corona-Impfverordnung des Bundes. Darunter fallen unter anderem 60- bis 70-Jährige sowie medizinisch vorbelastete Menschen, aber auch Menschen, die in "besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind". Dazu gehören laut Impfverordnung auch das Transport- und Verkehrswesen.

Personalvorstand Martin Seiler betonte, dass die Entscheidung für eine Impfung freiwillig sei. Auch werde es keine Impfprivilegien geben, weder für Mitarbeitende noch für Kunden.

Vorreiter BASF

Zu den Vorreitern bei den Impfungen durch Betriebsärzte gehört der Chemiekonzern BASF. Mitarbeiter des Ludwigshafener Stammwerks können sich dort seit vergangenen Mittwoch impfen lassen. Dazu wurde ein eigenes Impfzentrum eingerichtet - mit Impfkabinen, Warte- und Ruheräumen.

Zum Einsatz kommt zunächst der Impfstoff von BioNTech. Geimpft wird entsprechend der vom Land vorgegebenen Reihenfolge: Zunächst haben also ausschließlich Mitarbeitende mit Vorerkrankungen wie beispielsweise Diabetes die Möglichkeit dazu. Der Konzern geht davon aus, in den kommenden Wochen bis zu 4000 Beschäftigte impfen zu können.

Auch die meisten anderen deutschen im DAX und MDAX notierten Großunternehmen aus Industrie, Handel und Finanzwelt bereiten sich Umfragen zufolge auf Impfungen ihrer Mitarbeiter vor. So hat der Versicherungskonzern Allianz an mehreren Standorten eigene Impfstraßen eingerichtet. Insgesamt sind bei dem Konzern seit Montag 27 Impfstraßen an 15 verschiedenen Betriebsstätten einsatzbereit. Auch das Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer hofft, im zweiten Quartal starten zu können. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel hat ebenfalls ein Impfzentrum bereitgestellt.

Täglich 1000 Mitarbeiter impfen

Die Telekom berichtet, dass sie ihren Mitarbeitern an 18 deutschen Standorten Impfungen anbieten könne und in der Lage sei, innerhalb von zwei Monaten 80 Prozent ihrer Mitarbeiter in Deutschland zu impfen. Beim Autozulieferer Continental könnten in Deutschland täglich gut 1000 Mitarbeiter geimpft werden, teilte der DAX-Konzern aus Hannover mit. "Unsere Betriebsärzte stehen bereit", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Auch der Energiekonzern RWE steht in den Startlöchern. "RWE könnte nächste Woche loslegen - wenn es Impfstoff für die Betriebe gibt", sagte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz der "Rheinischen Post". In zwei Wochen könne die gesamte Belegschaft geimpft werden. "Anschließend würden wie anbieten, die Familien der Mitarbeiter zu impfen", so Schmitz.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. April 2021 um 08:40 Uhr in den Nachrichten.

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