Einigung mit Gewerkschaften TUIfly streicht weniger Jobs

Stand: 05.03.2021 21:57 Uhr

Wochenlang wurde mit den Gewerkschaften verhandelt, nun steht der Kompromiss: Die von der Corona-Krise hart getroffene TUIfly wird deutlich weniger Jobs abbauen als geplant. Dafür muss die Belegschaft Kürzungen hinnehmen.

Im Streit um den Sparkurs bei TUIfly steht nach langen Verhandlungen ein Kompromiss zwischen Arbeitnehmern und Firmenleitung. Wie es nach einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats aus dem Unternehmen hieß, soll die Zahl der in Deutschland betriebenen Maschinen von zuletzt 35 nicht auf 17, sondern lediglich auf 22 abgebaut werden. Damit einher geht das Ziel, rund 200 Jobs weniger bei den Piloten und beim Kabinenpersonal zu streichen als zunächst vom Management geplant.

TUIfly-Chef Oliver Lackmann wandte sich schriftlich an die Belegschaft. "Im Cockpit werden wir insgesamt 370 Pilotinnen und Piloten und in der Kabine 830 Kolleginnen und Kollegen beschäftigen", teilte er mit. Das sind deutlich weniger als vor dem Einbruch des Geschäfts im Corona-Jahr 2020. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dabei möglichst vermieden werden - auf ein solches Bekenntnis hatten die Gewerkschaften gedrungen. Eine Garantie, dass es nicht doch zu größeren Entlassungen kommen wird, gibt es aber weiterhin nicht.

Spesen und Provisionen werden gekappt

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di sollen den betroffenen Mitarbeitern in der Kabine und am Boden zusätzliche Freiwilligen-Programme angeboten werden, am Boden möglicherweise auch der Wechsel in eine Transfergesellschaft. Bestimmte Vergütungsbestandteile wie Spesen oder Provisionen werden gekappt, teils auch bei der Altersvorsorge.

Die Beschäftigten der TUI-Konzern-Airline müssen sich zudem auf mehr Eingriffsmöglichkeiten und "Flexibilität" bei den Arbeitszeiten und Schichten einlassen. In der Wartung und Technik bleibt es dabei, dass Aufgaben nach Belgien und Großbritannien verlagert werden.

Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite hatten wochenlang um den Umfang der Streichungen gerungen. Teile des jetzt ausgehandelten Pakets waren schon zuvor einmal angeboten worden, der erste Entwurf war mit Verweis auf die anhaltende Kündigungsoption jedoch abgelehnt worden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. März 2021 um 21:02 Uhr.

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