Im Amazon Logistikzentrum Pforzheim (Baden-Württemberg) laufen am Pakete auf einem Band zum Versand.  | Bildquelle: dpa

Studie des Umweltbundesamtes Online-Einkauf nicht zwingend klimaschädlicher

Stand: 14.12.2020 12:30 Uhr

Ob im Geschäft oder online: Wie ein Produkt gekauft wird, hat nach einer neuen Studie des Umweltbundesamtes kaum Einfluss auf die Klimabilanz. Entscheidend seien ganz andere Faktoren.

Für die Klimabilanz eines Produktes spielt die Art des Einkaufs offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Ob online oder im Geschäft eingekauft werde, sei aus ökologischer Sicht nicht so entscheidend, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner. Der Anteil von Handel und Transport an der Umweltbilanz eines Produkts liege nur zwischen einem und zehn Prozent an den Gesamtemissionen, erklärte er unter Verweis auf eine aktuelle Studie seiner Behörde.

Die größte Stellschraube für den ökologischen Einkauf seien langlebige Erzeugnisse, die umweltfreundlich hergestellt werden. "Bestenfalls bekomme ich diese auch im Geschäft um die Ecke, das ich mit dem Fahrrad oder zu Fuß gut erreichen kann", so Messner.

Einkauf mit dem eigenen Auto am klimaschädlichsten

Für die Studie des UBA waren unterschiedliche Einkaufvarianten untersucht worden. Eine Einkaufsfahrt von fünf Kilometern im eigenen Pkw erzeugt demnach zum Beispiel 600 bis 1100 Gramm klimaschädlichen Kohlendioxids, beim Fahrrad fällt gar keines an. Bei einer Lieferung per Onlinedienst entstehen laut UBA im Schnitt zwischen 200 und 400 Gramm Kohlendioxid. Die im Vergleich zur Fahrt im eigenen Auto geringeren Emissionen lägen an der besseren Fahrzeugauslastung, effizienten Lieferrouten und der Zunahme an Elektrofahrzeugen.

Den größten Einfluss auf die Klimabilanz im stationären Handel hätten die Energieverbräuche vor Ort und die Wahl des Verkehrsmittels der Kundschaft, sagte Messner. Umweltbelastende Faktoren im Online-Handel seien die Versandverpackungsabfälle und der Lieferabschnitt bis zur Haustür, die sogenannte "letzte Meile", heißt es in der Studie.

Über dieses Thema berichtete Bayern 1 am Morgen am 11. November 2020 um 05:05 Uhr.

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