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Korruptionsskandal Goldman Sachs zahlt weitere Milliarden

Stand: 22.10.2020 19:53 Uhr

Die Verwicklung in den Korruptionsskandal um einen malaysischen Staatsfonds kostet Goldman Sachs weitere drei Milliarden Dollar. Die US-Großbank akzeptierte einen Vergleich - und hofft, das Thema hinter sich lassen zu können.

Goldman Sachs muss wegen des Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB erneut tief in die Tasche greifen. Mit einem fast drei Milliarden Dollar schweren Vergleich schafft die US-Großbank eine Klage des US-Justizministeriums aus der Welt, wie bei einer Gerichtsanhörung in den USA bekannt wurde. Die Malaysia-Tochter der Bank bekannte sich gleichzeitig schuldig, gegen US-Korruptionsgesetze verstoßen zu haben.

Der 1MDB-Skandal hat schwer am Ruf von Goldman Sachs gekratzt und den Konzern bereits Milliarden an Strafen und Wiedergutmachung gekostet. Mit dem nun erzielten Vergleich hofft die Bank, das Thema endlich hinter sich lassen zu können.

Milliardenzahlung bereits im Sommer

Bereits im Sommer hatte sich Goldman Sachs mit Malaysia auf einen 3,9 Milliarden Dollar schweren Vergleich geeinigt. Nun verdonnerte die Finanzaufsicht in Hongkong die Bank zudem zu einer Geldbuße von 350 Millionen Dollar - der höchsten jemals von den Aufsichtsbehörden in dem Finanzzentrum verhängten Strafe.

Goldman Sachs hatte drei Anleihe-Emissionen von 1MDB im Gesamtvolumen von 6,5 Milliarden Dollar begleitet und dafür 600 Millionen Dollar an Gebühren kassiert. Die Behörden werfen der Bank vor, dabei Warnsignale ignoriert zu haben, die auf Korruption und Geldwäsche hindeuteten. Dem US-Vergleich zufolge zahlt Goldman eine Strafe von 2,3 Milliarden Dollar, zudem werden die 600 Millionen Dollar an Gebühreneinnahmen abgeschöpft.

1MDB sollte eigentlich Wirtschaft ankurbeln

Aus dem Staatsfonds 1MDB, mit dem eigentlich die malaysische Wirtschaft angekurbelt werden sollte, haben nach Erkenntnissen von malaysischen und US-Behörden hochrangige Fonds-Mitarbeiter und ihre Partner schätzungsweise 4,5 Milliarden Dollar veruntreut. Mit den Geldern sollen Regierungsbeamte bestochen, schwarze Kassen des ehemaligen Premierministers Najib Razak finanziert und Schmuck, Gemälde und Immobilien für Hunderte Millionen Dollar gekauft worden sein. Najib wurde von einem Gericht zu zwölf Jahren Haft verurteilt, ist aber während der Berufung auf freiem Fuß.

Goldman Sachs zahlt Milliardenstrafe
Dorothee Holz, ARD Börse
23.10.2020 06:58 Uhr

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