Internationaler Vergleich Klima-Investitionen auf Rekordhoch

Stand: 21.04.2021 14:23 Uhr

Weltweit ist im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 500 Milliarden Dollar in die Energiewende investiert worden, wie eine Studie des Weltwirtschaftsforums zeigt. Für die Klimaschützer bleibe aber noch viel zu tun.

Trotz der Störungen durch die Corona-Pandemie ist der Umbau der Energieversorgung zu nachhaltigeren Ressourcen vorangekommen. So sind im vergangenen Jahr weltweit fast 500 Milliarden Dollar in die Energiewende investiert worden, mehr als je zuvor. 92 von 115 untersuchten Ländern hätten seit 2010 Fortschritte gemacht, berichtet die Stiftung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Genf. Auch hätten sich acht der zehn größten Volkswirtschaften der Welt verpflichtet, bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral zu werden, also per saldo kein CO2 mehr zu emittieren.

"Alle führenden zehn Volkswirtschaften haben ihre ökologische Nachhaltigkeit wesentlich verbessert, insbesondere bei der Reduzierung der Kohlenstofflast im Energiemix, unterstützt durch ein starkes politisches Bekenntnis und Investitionen in die Energiewende", schreibt das WEF. Die Zahl der Menschen ohne Strom sei seit 2010 deutlich zurückgegangen.

Noch dominieren fossile Brennstoffe

Doch es gibt noch viel zu tun. So weisen die Autoren der Studie darauf hin, dass 2018 noch 81 Prozent der weltweiten Energie aus fossilen Brennstoffen stammten, globale Emissionen seien im Zeitraum bis 2019 stetig angestiegen. Noch immer hätten 770 Millionen Menschen auf der ganzen Welt keinen Zugang zu Elektrizität.

Auch stellen die Experten fest, dass die Fortschritte bei der Energiewende höchst unterschiedlich verlaufen. Länder mit hohem Einkommen machten im Vergleich zum Rest der Welt größere Fortschritte als Schwellenländer. Angeführt wird die Weltrangliste der Länder mit den größten Anstrengungen auf dem Gebiet ("Energy Transition Index") von Schweden, gefolgt von Norwegen und Dänemark. Unter den zehn größten Volkswirtschaften der Welt gehören nur Großbritannien und Frankreich zu den Top 10. Dabei verursachen sie nur rund drei Prozent der energiebezogenen CO2-Emissionen und machen rund zwei Prozent der Weltbevölkerung aus.

Deutschland gehört nicht zur Spitzengruppe

Deutschland gehört nicht zur Spitzengruppe. Die Bundesrepublik ist zwar im Jahresvergleich von Platz 20 auf Platz 18 vorgerückt, doch damit hält sich der Fortschritt in Grenzen. Grund ist der noch immer hohe Anteil an Kohlestrom bei der Energieversorgung, während Frankreich und Großbritannien von der weitgehend emissionsfreien Atomenergie profitieren. Die USA lagen auf Platz 24 (nach Platz 32 im Vorjahr), China auf 68 (78), Indien fiel von 74 auf 87 zurück.

Ob der Umbau der Energieversorgung wirklich nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Die Corona-Pandemie habe die Widerstandsfähigkeit der Energiewende in Frage gestellt, konstatiert das WEF. Denn vielen Staaten mangele es schlicht am notwendigen Geld, um den Umbau ihrer Energieversorgung weiter voranzutreiben.

Eine weitere Gefahr für die Energiesysteme gehe von der Digitalisierung aus. Dadurch entstünden neue Risiken, die die "Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Erschwinglichkeit" künftiger Energie gefährdeten, so das WEF. In diesem Jahrzehnt komme es deshalb darauf an, die Umsetzung der Energiewende zu garantieren und weiter voranzutreiben. Damit dies gelingt, sei es von "entscheidender Bedeutung", dass die Politik Hand in Hand mit privaten Akteuren der Wirtschaft arbeite. Voraussetzung sei natürlich auch, dass die Weltwirtschaft nach dem Ende der Pandemie rasch wieder auf die Beine komme. Nur so sei eine belastbare Energiewende zu schaffen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. April 2021 um 12:44 Uhr und 12:52 Uhr.

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