Lebensmittelexporte eingebrochen Kaum britischer Lachs für die EU

Stand: 23.03.2021 08:57 Uhr

Der Brexit hat zu Jahresbeginn die britischen Lebensmittelausfuhren in die EU belastet. Auch kontinentaleuropäische Exporte auf die Insel könnten in Zukunft erschwert werden.

So genannte "nicht-tarifäre Hemmnisse" wie Lebensmittelzertifikate haben den Handel zwischen Großbritannien und der EU im Januar dramatisch zurückgehen lassen. Die Ausfuhren von Lebensmitteln aus Großbritannien in die Europäische Union sind im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um drei Viertel gesunken. Das teilte der britische Lebensmittelverband Food and Drink Federation (FDF) am Montag mit.

Rindfleisch und Whisky werden rar

Deutschland verzeichnete sogar einen überdurchschnittlichen Einbruch. Er lag bei 80 Prozent. Am stärksten betroffen sind von dem Einbruch in die EU ist Lachs mit einem Minus von 98 Prozent. Die schottische Lachsindustrie hatte Ende 2020 auf Probleme der Branche mit Grenzformalitäten hingewiesen. Lange Wartezeiten an den Grenzen seien für die Produkte ein großes Problem.

Auch Rindfleisch mit 91 Prozent und Schweinefleisch mit 86 Prozent verzeichneten zum Jahresauftakt herbe Exporteinbußen in die EU. Beim britischen Exportschlager Whisky brachen die Ausfuhren um 63 Prozent ein.

Laut dem britischen Lebensmittelverband ist neben den Handelshemmnissen durch den Brexit auch die Lagerhaltung von britischen Unternehmen in der EU für den Exportrückgang verantwortlich. Viele der Firmen hätten ihre Lagerbestände vor dem Austritt aus Binnenmarkt und Zollunion zum Jahreswechsel noch aufgefüllt.

Auch Lebensmittelausfuhren aus der EU vor Problemen

Der Exporteinbruch in die EU sei "extrem besorgniserregend" so Dominic Goudie, der beim FDF für den Bereich Internationaler Handel zuständig ist. "Unternehmen sind mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, wenn sie Handel mit der EU treiben", so Goudie.

Eine Abschwächung des Handels sei spätestens im kommenden Jahr auch in umgekehrter Richtung wahrscheinlich, so der Verband. Denn wenn Großbritannien seine Warenkontrollen im kommenden Jahr vollständig wahrnehme, würden auch EU-Ausfuhren auf die britische Insel erschwert. Derzeit gelten noch verschiedene Übergangsfristen. Bereits jetzt aber sind auch die Lebensmittelimporte Großbritanniens aus der EU belastet: Im Januar gingen sie um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahresmonat zurück.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. März 2021 um 11:00 Uhr.

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