DAX und Dow Jones Die Trauben hängen wieder höher

Stand: 20.04.2021 22:22 Uhr

Sowohl in Frankfurt als auch in New York haben die Märkte heute den Rückwärtsgang eingelegt. Nach der Rekordhatz der jüngsten Zeit nehmen die Anleger Gewinne mit. Aber steckt womöglich mehr dahinter?

An der Weltleitbörse in New York haben die Bären heute das Kommando übernommen. Obwohl die US-Märkte derzeit ganz im Zeichen der Berichtssaison stehen, tauchten erstmals seit langem wieder Corona-Sorgen auf. "Die steigenden Corona-Fallzahlen rund um die Welt sind ein Risiko", sagte Portfoliomanager Paul Nolte vom Vermögensverwalter Kingsview. Damit verbunden steigen die Risiken, dass sich der globale Wirtschaftsaufschwung verzögern könnte.

Hinzu kommt, dass sich die Anleger nach der Mega-Rally der jüngsten Zeit auch fragen, ob die hohen Bewertungen am Aktienmarkt gerechtfertigt sind. Die große Frage sei derzeit, ob die Firmengewinne die Erwartungen erfüllen können und die aktuellen Aktienbewertungen rechtfertigen, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Bei dieser Gemengelage verwunderte es nicht, dass die Anleger Kasse machten.

Dow Jones wieder unter 34.000 Punkten

Alle großen US-Indizes gingen am Dienstag mit Verlusten aus dem Handel. Der Leitindex Dow Jones, der am vergangenen Freitag noch bei 34.256 Punkten ein Allzeithoch markiert hatte, schloss bei 33.821 Punkten, ein Tagesverlust von 0,75 Prozent. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index gab nach und ging bei 4134 Punkten um 0,68 Prozent schwächer aus dem Handel.

Etwas stärker verlor die Technologiebörse Nasdaq, die auf 13.786 Punkte sank, ein Tagesverlust von 0,9 Prozent. Der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,7 Prozent auf 13.809 Punkte.

DAX muss Federn lassen

So schnell kann es gehen an der Börse. Nur einen Tag nachdem der deutsche Leitindex DAX bei 15.501 Punkten ein Rekordhoch markiert hatte, ziehen sich zunehmend dunklere Wolken über dem Markt zusammen. Die Skepsis steigt in Anbetracht der hohen Bewertungen nach der Rally, so dass so mancher Investor erst einmal Kasse macht.

Am Ende eines schwachen Börsentages schloss der DAX bei 15.129 Punkten und büßte damit 1,55 Prozent ein. Vor allem im späten Geschäft weiteten sich die Verluste aus, zumal auch die Wall Street immer weiter abbröckelte. Auch die Nebenwerteindizes MDAX (minus 1,7 Prozent) und SDAX (minus 1,4 Prozent) gaben nach.

Aus Branchensicht standen Aktien aus dem Luftfahrt- und Reisesektor wegen Befürchtungen über die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen in vielen Ländern besonders unter Verkaufsdruck. So gehörten die Papiere der Fluggesellschaft Lufthansa, des Flughafenbetreibers Fraport, des Flugzeugbauers Airbus und des Triebwerkherstellers MTU mit Verlusten von knapp drei Prozent und mehr zu den größten Verlierern. MTU waren auch Schlusslicht im DAX, in dem es außer den beiden Immobilienaktien Deutsche Wohnen und Vonovia nur Verlierer gab.

Was machen die Zinsen?

Aber die Unternehmensgewinne sind nur ein Teil der Lage, wenn auch ein wichtiger. Nicht weniger entscheidend wird sein, wie sich die Zinsen entwickeln und ob der Renditeanstieg weiter geht. Zwar hängt Europa auch hier weit hinter den USA zurück, zuletzt sind aber auch hierzulande die Rentenkurse unter Druck geraten.

"Jetzt muss die EZB zeigen, dass sie sich mit höheren Käufen aus dem Pandemie-Programm gegen steigende Renditen stellt", kommentierte Thomas Altmann von QC Partners. "Wir kommen jetzt an einen Punkt, an dem weiter steigende Renditen zur Gefahr für die wirtschaftliche Erholung und zur Gefahr für die Staatshaushalte werden können."

Bereits am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank zeigen können, ob sie dem Anstieg begegnen will. Denn dann findet die turnusgemäße Sitzung des geldpolitischen Rates statt.

Zahlenreigen in New York

Anders als hierzulande ist die Berichtssaison der Unternehmen in den USA bereits in vollem Gang. Auch Standard-Schwergewichte aus dem Leitindex Dow Jones, wie gestern Coca-Cola und heute Johnson & Johnson, legten ihre Zahlen vor, die meist etwas besser ausfallen als erwartet. Positiv wurden die gestrigen IBM-Zahlen aufgenommen, die Aktie war stärkster Dow-Wert.

Apple stellt den iMac vor - mit eigenem Chip

Apple nutzt den Umstieg auf Chips aus eigener Entwicklung, um die PC-Konkurrenten mit einem innovativen Desktop-Computer herauszufordern. Der am Dienstag vorgestellte neue iMac ist nur 11,5 Millimeter dick - dünner als viele Monitore ohne einen Computer im Inneren. Möglich macht das Apple zufolge der Umstieg von Intel-Prozessoren auf die M1-Chips aus eigener Entwicklung. Dadurch könne man unter anderem drastisch Platz sparen: Statt eines voluminösen Kühlsystems seien lediglich zwei kleine Lüfter notwendig.

Das Display liegt mit 24 Zoll zwischen dem bisherigen kleineren und größeren Modell. Der Preis ist mit 1300 Dollar in den USA vergleichbar mit dem, was Apple bisher für einen iMac haben wollte. Der M1-Chip kommt auch in die neue Generation des Tablet-Computers iPad Pro. Apple stellte bei dem Event zudem die seit langem erwarteten AirTags vor - kleine Plättchen, die man an Gegenständen wie Schlüsseln anbringen kann, um diese schnell wiederzufinden. Mit dem Podcast-Abo, das Nutzern unter anderem werbefreies Hören ermöglicht, macht der iPhone-Hersteller vor allem Spotify Konkurrenz und versucht, eine größere Rolle in einem stark wachsenden Markt zu spielen

Netflix enttäuscht - Aktie stürzt ab

Der Streaming-Marktführer Netflix hat angesichts mangelnder neuer Film- und Serienhits zu Jahresbeginn deutlich weniger Nutzer hinzugewonnen als erwartet. Im ersten Quartal legte die Anzahl der Abonnenten um vier Millionen auf knapp 208 Millionen zu, wie Netflix am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit verfehlte der Online-Videodienst sowohl sein eigenes Ziel von rund sechs Millionen neuen Kunden als auch die Markterwartungen klar. Anleger reagierten enttäuscht und ließen die Aktie nachbörslich in einer ersten Reaktion um mehr als zehn Prozent fallen.

Dabei steigerte Netflix Erlöse und Gewinn in den drei Monaten bis Ende März kräftig. Unterm Strich verdiente das Unternehmen 1,7 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) und damit rund 140 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz wuchs um 24 Prozent 7,2 Milliarden Dollar. Doch nach dem Boom zu Beginn der Corona-Krise, der Netflix im Vorjahr Rekordergebnisse beschert hatte, flaute der Kundenandrang stark ab.

Johnson & Johnson nimmt sich etwas mehr vor

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson legt nach einem deutlichen Umsatz- und Gewinnplus im ersten Quartal die Messlatte für das Gesamtjahr etwas höher. Für 2021 rechnet das Dow-Mitglied und Indexschwergewicht nun mit einem bereinigtem Umsatzanstieg um 8,7 bis 9,9 Prozent statt von 8,0 bis 9,5 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie strebt der Konzern nun 9,42 bis 9,57 Dollar statt 9,40 bis 9,60 Dollar an.

Im ersten Quartal profitierte J&J von einer anhaltenden Erholung im Medizintechnikgeschäft und Zuwächsen im Pharmageschäft. Das bereinigte Umsatzwachstum betrug sechs Prozent, insgesamt setzte der Konzern gut 22,3 Milliarden Dollar um - mehr als Analysten erwartet hatten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich um mehr als zwölf Prozent.

EMA winkt J&J-Corona-Impfstoff durch

Mit seinem Corona-Impfstoff setzte J&J im ersten Quartal in den USA 100 Millionen Dollar um. Derzeit liegen die Impfungen mit dem Mittel aber auf Eis. Nach Fällen seltener Thrombosen stoppten die US-Behörden diese in der vergangenen Woche. J&J hatte darauf die Auslieferung des Mittels in der Europäischen Union verschoben.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hält an ihrer positiven Bewertung des Corona-Impfstoffs von Johnson&Johnson fest. Es gebe zwar "eine mögliche Verbindung" zwischen dem Vakzin und dem vereinzelten Auftreten von Blutgerinnseln, erklärte die in Amsterdam ansässige Behörde am Dienstag. Der Nutzen des Impfstoffes des US-Unternehmens überwiege aber die Risiken.

Travelers erhöht die Dividende

Der ebenfalls im Leitindex Dow Jones enthaltene Schadenversicherer Travelers hat im ersten Quartal historisch hohe Katastrophenschäden in seiner Heimat überraschend gut verkraftet. Dank der Auflösung von Schadenreserven aus früheren Jahren fiel der Nettogewinn mit 733 Millionen US-Dollar (610 Millionen Euro) sogar 22 Prozent höher aus als ein Jahr zuvor. Dabei schnitt das Unternehmen besser ab als von Analysten im Schnitt erwartet. Die Aktionäre können sich zudem über eine höhere Quartalsdividende freuen: Sie soll um vier Prozent auf 88 US-Cent steigen. Die Aktie legt gegen den Markt zu.

Procter & Gamble besser als erwartet

Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Dabei profitierte der Konzern vom Verkauf höherpreisiger Produkte, Preiserhöhungen sowie im geringeren Umfang von positiven Währungseffekten.

Der Umsatz stieg in den drei Monaten per Ende März um fünf Prozent auf 18,1 Milliarden US-Dollar, wie es hieß. Bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe legten die Erlöse organisch um vier Prozent zu. Unter dem Strich verdiente Procter & Gamble mit fast 3,3 Milliarden Dollar zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Ergebnis je Aktie stieg bereinigt um Sondereffekte um acht Prozent auf 1,26 Dollar. Analysten hatten mit weniger gerechnet.

Den Ausblick bekräftigte der US-Konzern, der für Marken wie Ariel, Pampers, Oral-B oder auch Braun und Gillette bekannt ist. So sollen die Erlöse organisch um fünf bis sechs Prozent zulegen, das bereinigte Ergebnis je Aktie um acht bis zehn Prozent steigen.

Euro rauf und runter

Der Euro hat am Dienstag zunächst an seine deutlichen Vortagesgewinne angeknüpft. Zeitweise kostete die Gemeinschaftswährung 1,2080 US-Dollar und war damit so viel wert wie seit Anfang März nicht mehr. Bis zum Nachmittag gab der Euro seine Gewinne aber weitgehend wieder ab und wird derzeit bei 1,2034 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2051 (Montag: 1,2035) US-Dollar fest.

Ausschlaggebend für die Kursgewinne des Euro ist eine Schwäche des Dollar. Die Analysten der Commerzbank führen die Entwicklung vor allem auf tendenziell fallende Kapitalmarktzinsen in den USA zurück. Fallende Renditen lassen Anlagen in Dollar weniger lukrativ erscheinen und belasten den Wechselkurs.

Die Gemeinschaftswährung profitiere zudem von Fortschritten bei den Corona-Massenimpfungen hierzulande und dem Bekenntnis der US-Notenbank zu einer längerfristig lockeren Geldpolitik, sagte Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. Bei erneuten Zinserhöhungsspekulationen in den USA oder Rückschlägen bei der Pandemie-Bekämpfung in Europa könne sich das Blatt aber schnell wieder wenden. In der Eurozone wurden keine Konjunkturdaten veröffentlicht. Auch aus den USA werden keine Daten erwartet.

Ölpreis dreht ins Minus

Rohöl kann seine anfänglichen Gewinne nicht halten. Die Sorten Brent und WTI verbilligten sich im Verlauf um bis zu drei Prozent, nachdem sie zuvor im Plus gelegen hatten. Der Justizausschuss des US-Kongresses brachte ein Gesetz auf den Weg, dass Kartellklagen gegen die Opec und ihre Mitgliedsstaaten wegen unerlaubter Preisabsprachen ermöglicht. In den vergangenen Jahren waren ähnliche Initiativen mehrfach gescheitert.

Münchener Rück verdient deutlich mehr

Die Münchener Rückversicherung hat im ersten Quartal trotz hoher Schäden durch die Kältewelle in den USA mehr verdient als gedacht. Nach vorläufigen Zahlen lag der Konzerngewinn bei etwa 600 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war das Ergebnis wegen der hohen Schäden durch die Pandemie auf 221 Millionen Euro eingebrochen.

BMW deutlich verbessert

Dem Autobauer BMW hat ein Rekordabsatz im ersten Quartal überraschend viel Gewinn beschert. Nach vorläufigen Zahlen ergab sich vor Steuern ein Plus von 3,76 Milliarden Euro - was fast fünfmal so viel ist wie zur Zeit des Ausbruchs der Pandemie ein Jahr zuvor. Nach eigenen Angaben übertraf BMW bei den wesentlichen Ergebnisgrößen die Erwartungen am Aktienmarkt.

Zalando stramm auf Wachstumskurs

Der Onlinehändler Zalando aus dem MDAX hat im ersten Quartal stärker zugelegt als erwartet. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum voraussichtlich um 46 bis 48 Prozent auf 2,22 bis 2,26 Milliarden Euro, wie es am Dienstagabend auf Basis vorläufiger Zahlen hieß. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll bei 80 bis 100 Millionen Euro liegen, nachdem Zalando hier ein Jahr zuvor einen Verlust von fast 99 Millionen Euro verbucht hatte.

Das Unternehmen profitierte nach eigenen Angaben von einem unerwartet starken Start in die Frühjahr- und Sommer-Saison sowie von einer unerwartet niedrigen Retourenquote. Von Zalando befragte Analysten hatten für das erste Quartal lediglich ein Umsatzwachstum von 45,5 Prozent und ein bereinigtes Ebit von 41 Millionen Euro auf dem Schirm. Zalando legt am 6. Mai endgültige Zahlen vor. die Aktie legte nachbörslich zu.

Metro rudert zurück

Der Großhandelskonzern Metro senkt angesichts der verlängerten Lockdowns in der Corona-Pandemie seine Geschäftsjahresziele. Weil die Regierungen in vielen Zielmärkten das öffentliche Leben einschränkten, sei mit weniger Umsatz und Betriebsgewinn im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 zu rechnen, teilte der SDax-Konzern am Dienstagabend mit.

So erwartet Metro nun in den zwölf Monaten bis September 2021 einen Rückgang des flächenbereinigten Umsatzes und des Gesamtumsatzes um drei bis sechs Prozent zum Vorjahr. Bislang wurden die Erlöse leicht unter dem Vorjahresniveau von knapp 26 Milliarden Euro erwartet. Beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet Metro jetzt einen Rückgang um 50 bis 175 Millionen Euro, nachdem bislang ein Ergebnisrückgang im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostiziert worden war.

Im Geschäftsjahr bis September betrug das Ebitda 1,11 Milliarden Euro. In den sechs Monaten bis März ging der Gesamtumsatz laut vorläufigen Zahlen währungsbereinigt um 11,5 Prozent zurück. Das bereinigte Ebitda betrug 490 Millionen Euro, währungsbereinigt ein Minus von 120 Millionen Euro. Die Metro AG will ihre detaillierten Zahlen am 4. Mai vorlegen.

Traton wird optimistischer

Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton blickt nach einem überraschend guten Jahresstart etwas optimistischer auf das laufende Jahr. Die bereinigte operative Umsatzrendite dürfte nun bei fünf bis sieben Prozent liegen, teilte das Unternehmen mit. Bisher war Traton von fünf bis sechs Prozent ausgegangen. Laut vorläufigen Berechnungen lag der Umsatz im ersten Quartal bei 6,5 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Umsatzrendite erreichte 7,9 Prozent.

Siltronic erhöht die Jahresprognose

Der Wafer-Hersteller Siltronic sieht dank eines guten Auftakts in diesem Jahr deutlich mehr Geschäftschancen und schraubt daher seine Prognose hoch. Der Konzern geht nun von mindestens 15 Prozent Steigerung bei der abgesetzten Waferfläche aus statt lediglich acht bis 12 Prozent wie bisher, wie das MDAX-Unternehmen am Dienstag in München mitteilte. Der Umsatz soll damit um mindestens zehn Prozent klettern statt wie bisher angepeilt im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

In vielen Branchen herrscht derzeit Chipknappheit, so etwa in der Autoindustrie. Der Aufbau neuer Produktionskapazitäten treibt die Nachfrage nach Grundmaterialien für die Halbleiter. Die Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll 2021 nun zwischen 30 und 32 Prozent erreichen nach 27,5 Prozent im Vorjahr. Bisher hatte Siltronic einen leichten Anstieg in Aussicht gestellt.

Rheinmetall gut im Geschäft

Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall hat im ersten Quartal Umsatz und Gewinn zugelegt. Während die Erlöse um rund 3,5 Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro stiegen, konnte der MDAX-Konzern das operative Ergebnis mit 87 Millionen Euro sogar mehr als verdoppeln, wie er am Dienstag in Düsseldorf auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Beide Kennziffern hätten die derzeitigen Markterwartungen übertroffen, hieß es. Die Aktie legte nur kurz zu, um danach zurückzufallen.

Jenoptik hochgestuft

Jenoptik-Aktien werden durch eine Hochstufung angetrieben. Die HSBC rät nun zum Kauf der Papiere des Technologiekonzerns nach bisherigem "Hold"-Votum. Die Risiken für Jenoptik erschienen überschaubar, und über die Chancen werde hinweggesehen, so Analyst Richard Schramm.

K+S nimmt die nächste Hürde

Der Kali- und Salzkonzern K+S kommt beim geplanten milliardenschweren Verkauf seines Salzgeschäfts in den USA gut voran. Nachdem das US-Justizministerium unter Auflagen grünes Licht für die Übernahme durch die US-Holding Stone Canyon Industries gegeben hat, seien keine kartellrechtlichen Hürden mehr in Sicht, erklärte das MDAX-Mitglied. Der Vollzug des Verkaufs für 2,5 Milliarden Euro in bar sei damit in etwa zwei Wochen "überwiegend wahrscheinlich".

BVB-Anteilseigner sehen Super League kritisch

Auch aus Reihen von Anteilseignern des börsennotierten Fußballclubs Borussia Dortmund kommt Kritik an der geplanten europäischen Super League. "Kurzfristig gäbe es bei einer Teilnahme vielleicht mehr Geld, aber langfristig würde sich das nicht auszahlen - das wäre keine nachhaltige Entscheidung", sagte Dietmar Erlebach von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Dienstag der dpa. Erlebach tritt jedes Jahr bei der BVB-Hauptversammlung auf, um Kleinaktionäre gebündelt zu vertreten. "Wenn man doch teilnähme, würde man die Axt anlegen an die Fankultur - und die ist das Fundament des ganzen Clubs." Es sei gut, dass sich die BVB-Chefetage gegen das Projekt positioniert habe.

Zooplus-Aktie auf Rekordniveau

Ein von der US-Bank JPMorgan ausgerufenes Kursziel von 350 Euro hat die Papiere von Zooplus in neue Höhen getrieben. Die Corona-Pandemie ändere alles, sie beschleunige insbesondere den Trend hin zum Onlinehandel, schrieb Analyst Borja Olcese in seiner aktuellen Studie. Sein altes Kursziel lag bei 225 Euro.

Analystenlob für ElringKlinger

Die Investmentbank Oddo BHF hat ElringKlinger nach Eckdaten für das erste Quartal von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 9,50 auf 12,00 Euro angehoben. Der Autozulieferer habe erfreulich abgeschnitten und zudem das Jahresziel für die operative Marge angehoben, schrieb Analyst Harald Eggeling in einer Studie. Er hob seine Ergebnisschätzungen für die Jahre bis 2023 an.

Schaeffler herabgestuft

Die Aktien von Schaeffler bekommen einen Dämpfer verpasst. Das Investmenthaus Stifel stufte die Papiere von "Buy" auf "Hold" ab. Nach dem starken ersten Quartal erschienen eine kurzfristig bessere Geschäftsdynamik und eine wahrscheinliche Anhebung des Ausblicks schon eingepreist, schrieb Analyst Alexander Wahl. Entsprechend schwerer werde es für den Auto- und Industriezulieferer, die gestiegenen Markterwartungen zu übertreffen.

Deutz traut sich mehr zu

Der im SDAX notierte Motorenbauer Deutz blickt nach einem gut einprozentigen Umsatzanstieg im ersten Quartal optimistischer auf das Gesamtjahr. Deutz rechnet für 2021 nun mit einem Umsatzanstieg auf 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Zuvor war das Unternehmen von 1,4 Milliarden Euro ausgegangen.

Wacker Neuson bleibt vorsichtig

Der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson will trotz eines deutlich besser als erwarteten ersten Quartals seine Prognose nicht anheben. Denn die Unsicherheiten über die Auswirkungen der Pandemie auf die globalen Lieferketten sowie die weitere Kundennachfrage hätten sich deutlich verschärft, teilte das Unternehmen mit. Auch habe das Risiko mangelnder Materialverfügbarkeit und verspäteter Lieferungen wegen der Blockade des Suezkanals stark zugenommen. Von Januar bis März kletterte der Umsatz um sechs Prozent. Die operative Ergebnismarge stieg um drei Prozentpunkte auf zehn Prozent.

Gucci Kerings Zugpferd

Der französische Luxusgüterkonzern Kering ist dank starker Verkaufszahlen seiner Marke Gucci im ersten Quartal wieder aus dem Corona-Tief aufgetaucht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sprang der Umsatz um über 21 Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Euro nach oben, wie das Unternehmen am Dienstagabend nach börsenschluss in Paris mitteilte. Das war deutlich mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Auf vergleichbarer Basis und bereinigt um Währungskurse betrug der Anstieg fast 26 Prozent. Dabei schlug sich Kering auch besser als vor der Corona-Pandemie: Währungsschwankungen herausgerechnet, lag der Umsatz jetzt 5,5 Prozent höher als im ersten Quartal 2019.

Danone weiter im Rückwärtsgang

Die Auswirkungen der Pandemie sowie der starke Euro haben das Geschäft von Danone zum Jahresauftakt belastet. Der Umsatz des französischen Nahrungsmittelherstellers sank um mehr als neun Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 20. April 2021 um 22:30 Uhr.

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