Wall Street in Rekordlaune US-Aktienrally nicht zu stoppen

Stand: 15.04.2021 22:22 Uhr

Eine gut angelaufene Berichtssaison sowie robuste Konjunkturdaten haben am Donnerstag dafür gesorgt, dass die US-Börsenrally weiterging. Der DAX konnte da nicht mithalten.

Was sich in den vergangenen Handelstagen bereits abgezeichnet hatte, ist am Donnerstag eingetreten. Der Leitindex Dow Jones hat die Marke von 34.000 Punkten geknackt und ist dabei in der Spitze bis auf 34.068 Punkte gelaufen. Am Ende schloss der Index bei 34.035 Punkten, ein Tagesgewinn von 0,9 Prozent. Bester Einzelwert im Dow waren United Health. Der Krankenversicherer startete trotz der Corona-Pandemie mit einem kräftigen Gewinnsprung ins Jahr.

Auch der S&P 500 markierte bei 4174 Zählern im Verlauf ebenfalls eine neue Bestmarke und rückte am Ende um 1,1 Prozent vor auf 4170 Punkte. Die Nasdaq holte Verluste vom Vortag auf und stieg dabei um 1,3 Prozent auf 14.038 Punkte. Nicht ohne zuvor bei 14.049 Zählern ein Rekordhoch erreicht zu haben. Der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte ebenfalls wieder über 14.000 Punkte vor auf eine Bestmarke von 14.040 Zählern. Er ging bei 14.026 Punkten aus dem Handel, ein Tagesgewinn von 1,6 Prozent.

Weiter im Fokus stand die angelaufene Berichtssaison der Unternehmen, von der sich die Anleger Aufschluss darüber erwarten, ob die hohen Bewertungen am Aktienmarkt gerechtfertigt sind. Die Anleger warteten auf neue Handelsimpulse durch die angelaufene Bilanzsaison, sagte Marktstratege Art Hogan vom Wertpapierhändler National Securities. "Erwartungen einer starken Gewinnerholung haben zur Marktrally beigetragen. Nun liegt die Latte hoch."

Heute ging es konkret mit Berichten aus dem Banken- und Finanzsektor weiter, aber auch Dow-Mitglied United Health und PepsiCo legten Zahlen vor. Nach dem vielversprechenden Auftakt gestern wurden die Ergebnisse überwiegend positiv aufgenommen.

US-Wirtschaft auf Erholungskurs

Aber nicht nur aus dem Unternehmenssektor gab es heute Rückenwind, auch die heutigen Konjunkturzahlen zeigten, dass die US-Wirtschaft wieder auf Erholungskurs ist. Ähnlich hatte sich zuletzt bereits Fed-Präsident Jerome Powell geäußert und damit die Aktienmärkte gestützt.

Vor der Startglocke veröffentlichte Daten vom Arbeitsmarkt, aus dem Einzelhandel sowie Frühindikatoren regionaler Notenbanken übertrafen sämtlich die Markterwartungen. Lediglich die Industrieproduktion blieb im März hinter den Prognosen von Volkswirten zurück.

"Die Ökonomie der Vereinigten Staaten präsentiert sich damit nun fast schon gefährlich stark", schrieb Analyst Tobias Basse von der Landesbank NordLB mit Blick auf die starken Einzelhandelsumsätze im März.

Konsumrausch in den USA - Einzelhandel nimmt Fahrt auf

Die US-Einzelhändler haben im März ein unerwartet dickes Umsatzplus eingefahren. Die Einnahmen stiegen um 9,8 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 5,9 Prozent gerechnet - nach einem Umsatzminus von 2,7 Prozent im Februar. Beflügelt wurde die Konsumlust der Bürger auch durch das billionenschwere Pandemie-Hilfspaket von US-Präsident Joe Biden, das unter anderem Einmalschecks in Höhe von 1400 Dollar für Millionen Amerikaner umfasst.

"In den USA herrscht Konsumrausch", so die Einschätzung von Experten. Die Verteilung der staatlichen Schecks und die deutliche Lockerung von Eindämmungsmaßnahmen regten den privaten Verbrauch an. Helaba-Volkswirt Ralf Umlauf sieht die Einzelhandelszahlen als gutes Omen: Es sei mit einem "kräftigen Konsumwachstum" zum Ende des ersten Quartals zu rechnen. Die Notenbank Fed werde sich dennoch nicht unter Druck sehen, schon bald von ihrem sehr lockeren Kurs abzuweichen.

Arbeitsmarkt verbessert sich weiter

Auch der zuletzt kräftige Job-Aufbau stärke die Zuversicht der US-Bürger, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Die rapiden Impffortschritte taten ihr Übriges." Damit nähmen die Sorgen um die eigene Gesundheit ab. "Die Menschen trauen sich wieder in die Läden und Restaurants."

So ist auch die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche viel stärker gefallen als erwartet. In der Woche zum 10. April wurden laut Arbeitsministerium 576.000 Erstanträge gestellt. Das sind 193.000 Anträge weniger als eine Woche zuvor. Die Zahl der Hilfsanträge war damit so niedrig wie seit dem Beginn der Corona-Krise im März 2020 nicht mehr. Volkswirte hatten im Schnitt mit 700.000 Anträgen gerechnet.

Industriewachstum unter den Erwartungen

Unterdessen hat die US-Industrie ihre Produktion im März nach einem witterungsbedingt schwachen Vormonat wieder gesteigert. Allerdings blieb hier der Anstieg hinter den Erwartungen zurück. Laut US-Notenbank ist die Produktion im Februar um 1,4 Prozent zum Vormonat gestiegen. Analysten hatten im Schnitt mit plus 2,5 Prozent gerechnet. Die Aussichten für die weitere Entwicklung in der Industrie sind jedoch günstig. So haben sich sowohl der regionale Frühindikator für die Region Philadelphia als auch der entsprechende Indikator für New York im April stärker als erwartet aufgehellt.

DAX nur leicht besser

Während die US-Märkte von Rekord zu Rekord eilen, agierten die Anleger hierzulande vorsichtiger. Der DAX blieb zwar in der Nähe seines Rekordhochs bei 15.311 Punkten, so wie in New York ist der Funke aber bisher nicht auf den deutschen Markt übergesprungen. Immerhin, im späten Geschäft kam dann im Windschatten der US-Börse doch noch etwas Kaufinteresse auf, so dass der deutsche Leitindex um 0,3 Prozent vorrückte und bei 15.255 Zählern schloss. Das Tageshoch lag bei 15.271 Punkten.

Etwas mehr Interesse gab es heute für die Nebenwerte, der Kleinwerteindex SDAX überwand die Marke von 16.000 Punkten und schloss um 0,77 Prozent höher knapp darunter. Der MDAX, der Index der mittelgroßen Werte, gewann 0,9 Prozent hinzu auf 33.007 Punkte.

Anleger seien im aktuellen Umfeld nicht wirklich bereit, Aktien in großem Stil abzustoßen, weil sich damit gleichzeitig ein kaum lösbares Wiederanlageproblem ergäbe, erklärte Experte Jochen Stanzl von CMC Markets. Es werde zwar inzwischen mehr über das Risiko einer Straffung der Geldpolitik gesprochen, aber diese dürfte noch Jahre entfernt sein.

Rückenwind aus Karlsruhe

Im DAX waren Deutsche Wohnen Tagessieger. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat den Berliner Mietendeckel für nichtig erklärt. Für Deutsche Wohnen wichtig, da das Unternehmen stark auf den Berliner Markt fokussiert ist. Gefragt waren ebenfalls SAP, die knapp zwei Prozent zulegten, Siemens Energy standen am Indexende.

Institute senken deutsche Wachstumsprognose

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind anders als in den USA nicht mehr ganz so rosig wie noch vor ein paar Monaten. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft angesichts der weiter andauernden Corona-Krise deutlich nach unten korrigiert. In ihrem Frühjahrsgutachten prognostizierten sie nun einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 3,7 Prozent im laufenden Jahr und um 3,9 Prozent im Jahr 2022. Im Herbst waren sie für 2021 noch von einem BIP-Wachstum von 4,7 Prozent ausgegangen. Der erneute Shutdown verzögere die wirtschaftliche Erholung, erklärten die Institute. Zu Beginn des kommenden Jahres dürfte die Wirtschaft zur Normalauslastung zurückkehren.

Inflation zieht kräftig an

Höhere Kosten für das Tanken und Heizen haben die deutschen Verbraucherpreise im März so stark steigen lassen wie seit über einem Jahr nicht mehr. Die Inflationsrate lag laut dem Statistischen Bundesamt bei 1,7 Prozent. Im Februar waren die Preise noch um 1,3 Prozent gestiegen.

Euro weiter robust

Der Euro hat sich am Donnerstag im späten Geschäft stabil gezeigt. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1972 US-Dollar. Sie notierte damit auf dem Niveau aus dem frühen Handel. Mit 1,1993 Dollar hatte der Euro zeitweise den höchsten Stand seit Anfang März erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1970 (Mittwoch: 1,1964) Dollar fest. Robuste Konjunkturdaten aus den USA haben dem Dollar keinen Auftrieb gegeben.

Der Euro profitiert momentan von einer Dollar-Schwäche. Unter anderem wurde die amerikanische Währung durch einen deutlichen Anstieg der Inflation in den USA belastet. Nach Einschätzung der Devisenexpertin You-Na Park-Heger von der Commerzbank bleibt eine nachhaltige Aufwertung des Dollar schwierig, solange die US-Notenbank Fed bekräftigt, dass Zinserhöhungen trotz steigender Inflation auf absehbare Zeit kein Thema seien.

Ölpreise verharren auf hohem Niveau

Die Ölpreise haben am Donnerstag die starken Gewinne vom Vortag nahezu halten können. Am Mittwoch waren die Ölpreise stark gestiegen, als die US-Regierung für die Vorwoche einen mehr als doppelt so starken Rückgang der Lagerbestände an Rohöl wie von Analysten erwartet gemeldet hatte. Der US-Ölpreis war nach den Daten in kurzer Zeit um etwa zwei Dollar nach oben geschossen. Der Goldpreis profitierte vom schwächeren Dollar und legte deutlich um 1,6 Prozent zu auf 1764 Dollar je Feinunze.

Citigroup verdient deutlich mehr

Der US-Finanzriese Citigroup hat zu Jahresbeginn dank eines boomenden Wertpapierhandels und Investmentbankings sowie stark gesunkener Kreditrisiken deutlich mehr verdient. Im ersten Quartal steigerte die Bank den Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als das Dreifache auf 7,9 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro).

Allerdings profitierte das Geldhaus vor allem von Bilanzeffekten, da milliardenschwere Rückstellungen für faule Kredite aufgelöst wurden, die in der Corona-Krise gebildet worden waren. Das Eingreifen der Regierung und der Notenbank bewahrte den US-Finanzsektor in der Pandemie vor Kreditausfällen. Das kommt den großen Banken jetzt bei ihren Quartalszahlen zugute. Im Tagesgeschäft lief es für die Citigroup zuletzt allerdings durchwachsen. Dennoch übertrafen die Ergebnisse die Erwartungen der Wall Street klar, Citigroup-Papiere gewinnen zur Eröffnung zwei Prozent.

Guter Start für die Bank of America

Der Börsenboom und das gesunkene Risiko fauler Kredite in der Corona-Krise haben der Bank of America einen starken Start ins Jahr beschert. Im ersten Quartal entfiel auf die Aktionäre unter dem Strich ein Gewinn von knapp 7,6 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro), wie die US-Großbank am Donnerstag in Charlotte mitteilte. Damit verdiente das Geldhaus mehr als doppelt so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum und schnitt besser ab als von Analysten erwartet. Die Aktie kann vorbörsliche Avancen allerdings nicht halten und fällt zurück.

Gewinnsprung bei Blackrock

Blackrock-Aktien steigen an der New Yorker Börse deutlich um 2,7 Prozent. Die gestiegene Nachfrage nach Investmentfonds lässt die Gewinne bei dem weltgrößten Vermögensverwalter sprudeln. Der Überschuss stieg im ersten Quartal um 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar, wie Blackrock mitteilte. Das war mehr als Analysten erwartet hatten.

Weltweit jagen die Börsen seit Monaten von einem Hoch zum nächsten. Anleger wetten auf eine schnelle wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise. Blackrock sammelte im ersten Quartal 173 Milliarden Dollar von Anlegern ein. Das verwaltete Vermögen summierte sich Ende März auf neun Billionen Dollar nach 6,5 Billionen Dollar ein Jahr zuvor.

PepsiCo legt zu

Der US-Snack- und Getränkekonzern hat dank der Nachfrage nach Chips, Limonaden und Haferflocken besser abgeschnitten als erwartet. Der Nettoumsatz stieg im Quartal um 6,8 Prozent auf 14,82 Milliarden Dollar, wie PepsiCo mitteilte. Analysten hatten mit 14,55 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn legte auf 1,71 Milliarden Dollar zu nach 1,34 Milliarden vor Jahresfrist. Die Aktie steigt leicht.

HeidelbergCement mit solidem Jahresstart

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement aus dem DAX hat im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Der Umsatz sei von 3,93 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 3,96 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend nach Börsenschluss mit. Analysten seien hingegen von einem Rückgang auf 3,87 Milliarden Euro ausgegangen. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen (RCOBD) stieg den Angaben zufolge von 405 auf 436 Millionen Euro. Hier hätten Experten mit 436 Millionen Euro ebenfalls weniger erwartet. Anleger zeigten sich erfreut, im nachbörslciohen Geschäft zog die Aktie an.

VW und Audi leiden unter dem Chipmangel

Wegen des weltweiten Chipmangels wird Volkswagen laut "Handelsblatt" ab Montag das Werk im ostfriesischen Emden für zwei Wochen schließen. Auch Audi muss in China die Produktion drosseln. Ein Joint Venture zwischen der FAW Group und dem Volkswagen-Konzern wird die Audi-Produktion dort in diesem Monat wegen des weltweiten Chip-Mangels um 30 Prozent reduzieren. Der Produktionsstopp werde etwa zwei Wochen dauern und betreffe mehrere Modelle, darunter den A4L, A6L und Q5L, berichtet die chinesische Zeitung "Yicai Global".

Aareal lehnt Forderung von Petrus ab

Der Aufsichtsrat der Aareal Bank hat die Rücktrittsforderungen des Großaktionärs Petrus Advisers erneut zurückgewiesen. Die von dem Investor geforderte Neubesetzung des Gremiums entbehre jeglicher Grundlage, erklärte der Aufsichtsrat. Er empfehle den Aktionären, die Vorschläge von Petrus Advisers bei der Hauptversammlung am 18. Mai abzulehnen. Petrus hält knapp zehn Prozent an dem Immobilienfinanzierer und fordert einen Strategieschwenk sowie die Abwahl der Aufsichtsratsvorsitzenden Marija Korsch sowie zweier weiterer Mitglieder.

"Malle-Effekt" bei Fraport

Am Frankfurter Flughafen ist der "Mallorca-Effekt" zu spüren. Der Flughafenbetreiber Fraport zählte im März an Deutschlands größtem Luftfahrt-Drehkreuz 925.194 Passagiere und damit rund 243.000 mehr als im Februar. Kurz vor Ostern flogen zahlreiche Menschen nach Mallorca, nachdem die Insel nicht mehr als Risikogebiet eingestuft worden war. Im Vergleich zu März 2020 ging die Zahl der Fluggäste in Frankfurt jedoch um 56,4 Prozent zurück.

Drägerwerk schöpft Zuversicht

Unter den deutschen Nebenwerten sticht Drägerwerk heraus. Die Aktien gewannen bis zu 9,4 Prozent und erreichten mit 75,70 Euro den höchsten Stand seit sechs Monaten. Der Medizintechnikkonzern hat im ersten Quartal seinen Umsatz gesteigert und ein operatives Ergebnis von 129 Millionen Euro ausgewiesen. Für das Gesamtjahr ist das Unternehmen zudem etwas zuversichtlicher als zuvor. Die Entwicklung im ersten Quartal habe über den ursprünglichen Erwartungen gelegen, teilte das Unternehmen mit. Dadurch sei die Wahrscheinlichkeit für das obere Ende der bestehenden Prognose oder sogar ein Übertreffen gestiegen. Drägerwerk rechnet beim Umsatz für 2021 mit einem Rückgang von sieben bis elf Prozent sowie einer Ebit-Marge von fünf bis acht Prozent.

Nordex holt weniger Aufträge an Land

Nordex hat im ersten Quartal Aufträge für Windkraftanlagen mit einer Leistung von knapp 1,25 Gigawatt erhalten. Das sind weniger als im Vorjahreszeitraum. Ein Sprecher des Unternehmens verwies auf eine außerordentlich hohe Vergleichszahl im starken Vorjahresquartal und sprach insgesamt von einer "Momentaufnahme". Die Aktien des Windkraftanlagenherstellers geben um ein halbes Prozent nach.

Aus 1&1 Drillisch soll 1&1 werden

Der Telekomanbieter 1&1 Drillisch will sich in 1&1 umbenennen. Über einen entsprechenden Vorschlag sollen die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 26. Mai abstimmen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Maintal mitteilte. Die Umbenennung soll den Angaben zufolge die Marke 1&1 stärker betonen und das Unternehmen klarer am Kapitalmarkt positionieren.

Das Unternehmen bietet unter anderem Mobilfunk- und Breitband-Zugänge an und hatte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben fast 15 Millionen Kundenverträge. Die Firma gehört zum Internet- und Telekomkonzern United Internet und war 2017 aus dem Zusammenschluss von 1&1 Telecommunications und Drillisch hervorgegangen.

HelloFresh wird zuversichtlicher nach gutem Jahresstart

Der Kochbox-Anbieter HelloFresh hebt nach einer Umsatzverdoppelung im ersten Quartal seinen Ausblick für das Gesamtjahr an. Währungsbereinigt werde nun mit einem Plus zwischen 35 und 45 Prozent gerechnet, kündigte das Berliner Unternehmen am Donnerstagabend an. Bisher hatte HelloFresh einen Zuwachs von maximal einem Viertel in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse des inzwischen in 14 Ländern aktiven Unternehmens währungsbereinigt um 111 Prozent auf fast 3,75 Milliarden Euro geklettert.

Von Januar bis März verdoppelte sich der Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf maximal 1,445 Milliarden Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn (Aebitda) kletterte auf maximal 165 Millionen Euro nach 63,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr hob HelloFresh zudem die untere Spanne der Betriebsgewinn-Marge auf zehn bis zwölf Prozent von bislang zwischen neun und zwölf Prozent an.

Pfeiffer erhöht die Jahresprognose

Der Vakuumpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum hat im ersten Quartal dank einer höheren Nachfrage aus der Halbleiterbranche Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Der Umsatz stieg vorläufigen Zahlen zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 191,7 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag im mittelhessischen Aßlar mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 76,4 Prozent auf 22,6 Millionen Euro. Damit habe Pfeiffer deutlich besser abgeschnitten als vom Kapitalmarkt erwartet, hieß es.

Dazu warb das Unternehmen mit 233,9 Millionen Euro über ein Drittel mehr Aufträge ein. Auch da spielte die höhere Nachfrage aus dem Halbleitermarkt eine große Rolle, insbesondere in den letzten Wochen des ersten Quartals. Dank der Entwicklung erhöhte das Unternehmen seine Prognose für das laufende Jahr. Der Umsatz soll um mehr als 10 Prozent wachsen. Ende März hatte Pfeiffer lediglich ein Umsatzplus von mehr als 5 Prozent in Aussicht gestellt. Einzelheiten will das Unternehmen am 4. Mai veröffentlichen. Die Aktie zog nachbörslich an.

Flatexdegiro hebt Ziele an

Die Aktie des Online-Brokers aus dem SDAX legte nach guten Zahlen zum ersten Quartal und einer Anhebung der Prognose deutlich um fast zwölf Prozent zu und übersprang erstmals die Marke von 100 Euro. Für 2021 erwartet der Vorstand nun ein Wachstum von 750.000 bis 950.000 Neukunden, wodurch der Kundenstamm bis zum Jahresende auf insgesamt 2,0 bis 2,2 (alt: 1,8 bis 2,0) Millionen steigen werde. Erst Anfang Februar hatte der Vorstand seine Prognose auf 1,8 bis 2,0 Millionen Kunden angehoben.

Zwischen dem Jahreswechsel und Ende März steigerte Flatexdegiro die Zahl seiner Kunden den Angaben zufolge um 29 Prozent auf 1,6 Millionen. Die Zahl der Transaktionen legte im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um 94 Prozent auf 33,6 Millionen zu. Der Umsatz sprang dadurch um 176 Prozent auf knapp 135 Millionen Euro in die Höhe. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) verdreifachte sich sogar auf gut 73 Millionen Euro.

Berenberg beflügelt SAF-Holland

Um mehr als neun Prozent nach oben geht es für SAF-Holland nach oben. Sie profitieren von einer positiven Einschätzung der Berenberg Bank. Mit einem Kursziel von 19,30 Euro sehen die Analysten für die Papiere des Lkw-Zulieferers deutliches Potenzial von rund 40 Prozent.

Curevac will Impfstoff ab Juni einsetzen

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac möchte seinen Corona-Impfstoff von Juni an einsetzen können. Sowohl die Beantragung der Zulassung als auch die Zulassung selbst erwarte das Unternehmen im zweiten Quartal dieses Jahres, sagte ein Sprecher von Curevac am Donnerstag in Tübingen. Die klinische Entwicklung befinde sich in der finalen Phase und die Daten für das rollierende Zulassungsverfahren durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) würden rechtzeitig erwartet, hieß es bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2020.

Der von Curevac entwickelte Corona-Impfstoff CnCov wird derzeit in einer fortgeschrittenen Phase mit bis zu 40.000 Teilnehmern geprüft. In einer zusätzlichen Studie habe dieser zudem einen vollständigen Schutz vor einer tödlichen Infektionen durch die zuerst in Südafrika aufgetauchte Virusvariante B.1.351 bewiesen, hieß es.

Zugleich hat das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2020 erneut hohe Verluste verzeichnet. Vor Steuern lag das Minus bei 129,8 Millionen Euro nach 100,1 Millionen Euro 2019. Zum Ergebnis nach Steuern gab es zunächst keine Angaben. Die Verluste seien vor allem durch die hohen Kosten für Forschung und Entwicklung des Corona-Impfstoffs begründet. Zum Teil seien diese durch Fördergelder etwa des Bundes ausgeglichen worden. Dieser ist durch die Förderbank KfW seit Sommer 2020 zu knapp einem Drittel indirekt auch Eigentümer der Firma. Die Curevac-Aktie legte heute über 2,5 Prozent zu.

Stellantis setzt auf E-Autos

Der Opel-Mutterkonzern will in den kommenden Jahren die Umstellung auf Autos mit elektrischen Antrieben beschleunigen. Der Absatzanteil von reinen E-Autos sowie Hybridwagen solle in Europa von 14 Prozent in diesem Jahr bis auf 70 Prozent 2030 steigen, erklärte Carlos Tavares, der Chef des aus der Fusion von PSA (Peugeot, Citroen, Opel) aus Frankreich mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler hervorgegangenen Konzerns, auf der ersten Hauptversammlung am Donnerstag. Der weltweit viertgrößte Autobauer werde für seine 14 Marken vier elektrische Bauplattformen verschiedener Größenklassen einsetzen.

Nestlé-Dividende soll weiter steigen

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle stellt seinen Aktionären weiter steigende Dividenden in Aussicht. "Nestle ist bestrebt, diese langjährige Tradition einer jährlichen Erhöhung der Dividende in Schweizer Franken fortzusetzen", sagte Präsident Paul Bulcke am Donnerstag laut Redetext bei der virtuellen Generalversammlung des Weltmarktführers aus Vevey am Genfersee.

Nestle will für das vergangene Geschäftsjahr 2,75 Franken je Aktie an seine Eigentümer auszahlen und damit fünf Rappen Franken mehr als zuletzt. Konzernchef Mark Schneider bekräftigte die Prognose: "Mit Blick auf das Jahr 2021 erwarten wir eine weitere Verbesserung des organischen Wachstums, der Profitabilität und der Kapitaleffizienz im Einklang mit unserem Wertschöpfungsmodell."

L'Oreal etwas unter Erwartungen

Der französische Kosmetikkonzern L'Oreal hat im abgelaufenen Quartal mehr umgesetzt. Trotz der Corona-Pandemie und der entsprechenden Maßnahmen in einigen Ländern, insbesondere in Westeuropa, schreite die Erholung auf dem Kosmetikmarkt weiter voran, sagte der Vorstands- und Verwaltungsratsvorsitzende Jean-Paul Agon am Donnerstag laut Mitteilung. Die Erlöse kletterten in den drei Monaten bis Ende März im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf rund 7,6 Milliarden Euro. Analysten hatten jedoch noch mit etwas mehr gerechnet. Auf vergleichbarer Basis betrug das Plus 10,2 Prozent. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel nach.

Amazon hat mehr als 200 Millionen Prime-Kunden

Amazon hat die Marke von 200 Millionen Kunden in seinem Abo-Dienst Prime geknackt. Gründer Jeff Bezos gab den Meilenstein am Donnerstag in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre bekannt - wie schon den Sprung über die Schwelle von 100 Millionen vor drei Jahren. Prime-Kunden bekommen für eine Abo-Gebühr kostenlose Lieferung und Zugang unter anderem zu Amazons Videostreaming-Dienst. Sie sind damit ein wichtiger Faktor für das Geschäft des weltgrößten Online-Händlers.

Für Bezos ist es der letzte Aktionärsbrief als Konzernchef - im dritten Quartal will er den Posten an den bisherigen Cloud-Chef Andy Jassy übergeben und danach vom Verwaltungsrat aus die Strategie mitbestimmen.

Walmart kauft sich bei der GM-Tochter Cruise ein

Der amerikanische Supermarkt-Riese Walmart hat sich bei der Roboterwagen-Firma Cruise eingekauft. Die Tochter des Autokonzerns General Motors weitete dafür ihre jüngste Finanzierungsrunde von 2 auf 2,75 Milliarden Dollar aus. Neben Walmart hätten sich auch weitere Investoren beteiligt, teilte Cruise am Donnerstag mit.

Mit der Investition weiten die beiden Giganten des US-Einzelhandels - Amazon und Walmart - ihre Rivalität auf das Zukunftsgeschäft mit Roboterwagen aus. Amazon kaufte im vergangenen Jahr das Start-up Zoox, das Technologie für selbstfahrende Autos entwickelt, und ist Investor der Firma Aurora, die auch an autonomen Lastwagen arbeitet.

Cruise will Robotaxis ohne Fahrer auf die Straße bringen, als erste Städte wurde San Francisco und Dubai angekündigt. Die Handelskonzerne können von der Technologie zum Beispiel mit selbstfahrenden Lieferfahrzeugen profitieren. Unter den Anteilseignern von Cruise sind bereits unter anderem der japanische Autobauer Honda und Microsoft.

Aufspaltung bei Dell

Der Computerkonzern Dell trennt sich von seiner Mehrheitsbeteiligung an dem Softwarehersteller VMware. Die Unternehmen sollen unabhängig voneinander aufgestellt werden, wie der Konzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Abspaltung des Anteils in Höhe von 81 Prozent sei im vierten Quartal geplant.

Über dieses Thema berichtete B5 Börse am 15. April 2021 um 22:13 Uhr.

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