Jobsuchende in New York

Weniger neue Jobs als gedacht Kein Arbeitsmarkt-Geschenk für Trump

Stand: 02.10.2020 14:56 Uhr

Donald Trump hat Corona. Und nun lassen auch noch die neusten Arbeitsmarktdaten zu wünschen übrig. Vieleicht ist ja doch nicht alles so "amazing" und "great".

Einen Monat vor der Präsidentenwahl in den USA verlangsamt sich die Erholung am Arbeitsmarkt überraschend deutlich. Nach der Corona-bedingten Entlassungswelle im Frühjahr schufen die Firmen außerhalb der Landwirtschaft im September 661.000 Stellen, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten jedoch mit 850.000 gerechnet, nachdem es im August noch revidiert 1,49 Millionen waren und im Juli noch mehr als 1,7 Millionen.

Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote fiel stärker als erwartet auf 7,9 von 8,4 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 8,2 Prozent gerechnet. In der Corona-Krise war die Arbeitslosenquote auf den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen gesprungen. Seither ist sie wieder spürbar gesunken. Sie liegt aber immer noch deutlich höher als vor der Krise.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt kann mit ausschlaggebend sein für den Ausgang der Präsidentenwahl am dritten November, bei der sich Amtsinhaber Donald Trump gegen Joe Biden von den Demokraten durchsetzen muss.

Viele Jobs noch immer verloren

In der Krise gingen mehr als 22 Millionen Jobs verloren, von denen bislang etwa die Hälfte zurückgewonnen wurden, allerdings zuletzt mit abnehmendem Tempo.

Die Notenbank Fed hat jüngst einen Strategieschwenk vollzogen, um wieder Vollbeschäftigung zu erreichen. Dabei hat sie auch die Integration von sozial benachteiligten Amerikanern in den Arbeitsmarkt im Blick. Sie könnte noch dieses Jahr neue Konjunkturhilfen auf den Weg bringen. Die Federal Reserve hatte ihr Ziel Vollbeschäftigung bereits erreicht, bevor in der Krise eine Entlassungswelle einsetzte.

ME/dpa/rtr

Quelle: boerse.ard.de
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