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Konsequenz aus Immobilienkrise EU-Parlament verschärft Vorschriften für Banken

Stand: 06.05.2009 16:03 Uhr

Als Konsequenz aus der Finanzkrise müssen die Banken in der Europäischen Union Kreditrisiken künftig besser absichern. Das Europäische Parlament verabschiedete eine Verschärfung der seit 2007 geltenden Eigenkapital-Regeln. Die Banken müssen demnach künftig fünf Prozent der Kreditrisiken, die sie als Wertpapiere weiterverkaufen, selbst behalten. Damit scheiterten Änderungsanträge deutscher Europaparlamentarier, die einen höheren Selbstbehalt von zehn oder 15 Prozent gefordert hatten.

Kreditverkauf als Krisenursache

Baustellenschild vor den Banktürmen von Frankfurt am Main
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Schärfere Regeln gegen die Krise: Bankzentralen in Frankfurt am Main

US-Banken hatten vielfach Kredite an nicht zahlungsfähige Kunden vergeben, mit denen diese Immobilien finanzierten. Diese Kredite waren gebündelt als Wertpapiere an andere Investoren verkauft worden. Als die Kredite platzten, weil die Kreditnehmer ihre Raten nicht mehr bezahlen konnten, wurden auch die Banken, die die Kreditpakete gekauft hatten, mit in Schwierigkeiten gerissen. Das gilt als eine der Hauptursachen für die weltweite Finanzmarktkrise.

Die EU will mit den schärferen Anforderungen nun erreichen, dass die Geldhäuser ihre Kreditrisiken genauer unter die Lupe nehmen: Wer einen Teil der Kreditrisiken selber tragen muss, wird künftig genauer die Bonität der Kreditnehmer prüfen, so die Hoffnung der EU-Parlamentarier.

EU-weite staatliche Kontrolle

Die neuen Eigenkapitalregeln sehen außerdem höhere Kapitalanforderungen für Großkredite vor, die sich Banken gegenseitig geben. Eine Bank darf anderen Instituten danach nicht mehr als 25 Prozent ihres Eigenkapitals als Kredit gewähren. Mit einer EU-weiten Aufsicht soll die staatliche Kontrolle von Großbanken, die in mehreren europäischen Ländern tätig sind, außerdem verbessert werden. Die neuen Regelungen sollen 2010 inkraft treten.

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