Mitarbeiter kämpfen um ihre Arbeitsplätze Rufe nach dem Staat

Stand: 27.05.2009 17:58 Uhr

Etwa 6000 Beschäftigte des angeschlagenen Arcandor-Konzerns haben vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin für eine Staatsbürgschaft und den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert.

Demonstration von Mitarbeitern des Arcandor-Konzerns
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Ohne Staatsbürgschaften droht dem Arcandor-Konzern mit seiner Warenhaustochter Karstadt die Insolvenz.

Sie verlangten, dass die Bundesregierung die Beschäftigten des Unternehmens nicht zu Opfern der Wirtschaftskrise machen dürfe. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte den Demonstranten, es gebe "keine Vorfestlegung, bevor der Antrag auf Staatshilfen geprüft ist". Er wisse, dass die Zeit dränge und wolle keinen Wahlkampf machen.

Entscheidung fällt am Donnerstag

Hintergrund ist das für Donnerstag anberaumte Treffen des staatlichen Bürgschaftsausschusses, dem unter anderem Vertreter des Bundesfinanz- und des Bundeswirtschaftsministeriums angehören. Der Ausschuss will dann über die von Arcandor beantragte Staatsbürgschaft über 650 Millionen Euro und einen Kredit über 200 Millionen Euro entscheiden. Ohne diese Hilfen sei die Insolvenz des Karstadt-Mutterkonzerns auch im Falle einer Fusion Karstadts mit der Metro-Tochter Kaufhof nicht abzuwenden, heißt es aus dem Konzern.

Große Koalition uneins

Arcandor
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Arcandor hat Staatsbürgschaften über 650 Millionen Euro beantragt.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion macht Arcandor derzeit allerdings wenig Hoffnung auf Hilfen, was SPD-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im ARD-Morgenmagazin krisitierte: "Ich finde Vorabfestlegungen sträflich", sagte er. "Bei Arcandor hängen mehr Arbeitsplätze dran als direkt bei Opel. Wir reden über 50 000 Menschen, die davon betroffen sind."

Zu Arcandor gehören die drei Geschäftsfelder Einzelhandel, Tourismus und Versandhandel. In Deutschland arbeiten mehr als 50.000 Menschen bei Arcandor, weltweit beschäftigt der Konzern etwa 86.000 Mitarbeiter.

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