Markus Eisenbichler beim Springen in Willingen | Bildquelle: imago images/GEPA pictures

Skispringen-Weltcup in Klingenthal Eisenbichler springt aufs Podest

Stand: 07.02.2021 18:18 Uhr

Markus Eisenbichler ist zurück in der Spur. In Klingenthal sprang er nur knapp an seinem dritten Saisonsieg vorbei.

Markus Eisenbichler hat beim Heim-Weltcup in Klingenthal einen Podestplatz bejubelt. Einen Tag nach seinem enttäuschenden neunten Rang wurde der Siegsdorfer am Sonntag (07.02.2021) starker Dritter.

Nach dem ersten Durchgang hatte Eisenbichler mit einem Sprung auf 138 Meter die Konkurrenz noch angeführt. Mit 141,5 Metern im zweiten Durchgang musste er sich letztlich aber Weltcup-Spitzenreiter Halvor Egner Granerud aus Norwegen (136,0 Meter/140,5 Meter) und dem Slowenen Bor Pavlovcic (140,0/146,0 Meter) geschlagen geben.

Granerud mit verkürztem Anlauf zum Jubiläumssieg

Halvor Egner Granerud nimmt Anlauf am Schanzentisch | Bildquelle: dpa
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Halvor Egner Granerud in Klingenthal

Bei wechselnden Winden aber beherrschbaren Bedingungen zeigte Granerud einmal mehr seine Klasse. Mit verkürztem Anlauf sprang er letztlich den Punktevorsprung heraus, den er für seinen zehnten Saisonsieg und den vierten Sieg in Serie benötigte.

Mit 288,5 Zählern verdrängte Granerud schließlich Shootingstar Pavlovcic um 0,7 und Eisenbichler um 2,8 Punkte.

Horngacher: "Anlaufzockerei"

"Die Sprünge heute waren deutlich besser. Markus hat das wirklich gut gemacht", lobte Bundestrainer Stefan Horngacher nach dem Wettkampf im ZDF. Bei der "Anlaufzockerei" von Norwegens Trainer Alexander Stöckl habe er nicht mitgemacht, denn "ich wollte Markus oben nicht unter Druck setzen", wie der Österreicher erklärte.

"Wichtig ist, dass er zwei gute Sprünge gemacht hat. Das Ergebnis ist eigentlich sekundär. Mit dem dritten Platz hat er eine Super-Platzierung gemacht. Wir können sehr zufrieden sein."

Auch Eisenbichler lachte im Auslauf: "Das waren recht solide Sprünge. Der zweite hat sich auch echt gut angefühlt, weil es mal wieder ein geschlossenes System war. Ich bin happy. Gestern war es bescheiden, heute war es schön."

Hamann mit bestem Ergebnis zweitbester Deutscher

Zweitbester Deutscher wurde Martin Hamann als Zehnter (135 Meter/138 Meter) - nach zwei elften Rängen in diesem Winter feierte der 23-Jährige in Klingenthal das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere.

Zu den Sprüngen des Sachsen analysierte Horngacher: "Er zeigte sich heute verbessert. Er kann sehr gut fliegen. Er muss am Schanzentisch noch mehr Drehung erzeugen. Dann ist mit Martin noch weiter vorn zu rechnen. Er ist ein junger Bursche mit viel Potenzial."

Pius Paschke konnte seinen elften Rang aus dem ersten Durchgang nicht halten und wurde mit 138 Metern und 133 Metern 14.

Freund: "Besser und besser"

Severin Freund wurde mit Weiten auf 134,5 und 131,0 Meter 21. "Die Sprünge werden besser und besser", sagte der Team-Olympiasieger von 2014, schränkte aber ein: "Heute ist es echt ärgerlich, dass zweimal die Landung nicht gepasst hat. Es passt noch nicht ganz, es ist noch nicht balanciert und leicht. Da müssen wir hin."

Direkt hinter Freund landete Constantin Schmid, der mit 131,0 und 127 Metern auf Rang 22 kam.

Geiger scheidet erneut aus - "Nicht weglaufen"

Karl Geiger erlebte dagegen erneut einen frustrierenden Nachmittag im sächsischen Vogtland: Nachdem der Skiflug-Weltmeister sich bereits am Samstag nicht für das Finale der Top 30 qualifizieren konnte, scheiterte er auch am Sonntag. Mit 123,5 Metern kam er nur auf Rang 38. Zuvor hatte der Oberstdorfer die vergangenen zwei Jahre konstant immer das Finale erreicht.

"Es ist schwierig. Es war wieder nichts. Dann läuft der Ski oben nicht sauber rein, das System schließt sich nicht", sagte Geiger nach seinem Sprung im ZDF. Eine Pause komme jetzt aber nicht in Frage: "Ich habe jetzt nicht vor, rauszugehen. Ich stelle mich der Aufgabe. Das ist nichts, wovor man weglaufen muss. Ich traue mir schon zu, dass ich mich durch einen Wettkampf wieder ranbeißen kann."

"Es liegt ein bisschen an seiner Grundspannung", analysierte Bundestrainer Horngacher nach dem ersten Durchgang im ZDF und erklärte: "Das liegt vielleicht am erhöhten Krafttraining, das wir gemacht haben. Er findet da nicht so das ganz feine Gefühl. Ich hatte gedacht, es ginge heute besser. Nach dem Probedurchgang hat er mir gesagt, er fühlt sich besser und steht wieder gut auf den Ski. Im Wettkampf hat er aber vielleicht zu viel Spannung aufgenommen. Ich denke aber, das ist ein lösbares Problem."

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 07. Februar 2021 um 17:25 Uhr.

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