Herpesimpfung bei einem Pferd | Bildquelle: mauritius images

Herpesvirus bei Pferden Im Reitsport geht die Angst um

Stand: 02.03.2021 13:48 Uhr

Ein Herpesvirus, das sich rasant unter Pferden verbreitet, bereitet dem Reitsport-Weltverband große Sorge. Die Generalsekretärin schlug Alarm. Der Ausbruch sei der "wahrscheinlich schlimmste seit Jahrzehnten". Mehrere Pferde auch aus deutschen Turnierställen sind bereits gestorben.

Im Reitsport geht aufgrund der raschen Verbreitung eines gefährlichen Herpesvirus und mehrerer verstorbener Pferde die Angst um. Wegen des EHV-1-Ausbruchs bei einer Turnierserie in Valencia sagte der Weltverband FEI alle internationalen Turniere in Deutschland und in neun weiteren Ländern bis 28. März ab.

Drei Pferde aus deutschen Turnierställen gestorben

Ausgehend von Valencia sei das Virus laut FEI aber schon in mindestens drei weiteren europäischen Ländern nachgewiesen worden. Der Ausbruch sei "wahrscheinlich der schlimmste in Europa seit vielen Jahrzehnten", sagte FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez. "Dieser EHV-1-Stamm ist besonders aggressiv und hat bereits Todesfälle bei Pferden und eine sehr große Anzahl von schweren klinischen Fällen verursacht."

Nach dem Herpes-Ausbruch bei einer Turnierserie in Valencia sind bisher drei Pferde aus deutschen Turnierställen gestorben. Das bestätigten Hilmar Meyer und Mike Patrick Leichle der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag (02.03.2021).

"Wir kämpfen hier Schulter an Schulter um unsere Pferde", sagte Meyer, der im niedersächsischen Thedinghausen einen Handels- uns Ausbildungsstall betreibt und bisher zwei Pferde verloren hat. "Das Virus ist sehr aggressiv", berichtete Leichle. Ein Pferd des Reiters und Turnierstallbetreibers aus Schnarup-Thumby in Schleswig-Holstein ist bisher in Valencia gestorben.

Von den örtlichen Behörden, Tierärzten und vom Weltverband fühlt sich Leichle mehr oder weniger im Stich gelassen. Die Informationen aus Valencia, wo bereits am Sonntag vor einer Woche mehrere Pferde starke Symptome gezeigt hatten, "sind viel zu spät weitergegeben worden", klagte der Reiter. Nach Angaben von Meyer und Leichle sind in Valencia insgesamt zehn Pferde gestorben.

Turniere in Spanien, Portugal und Italien laufen weiter

Auf Menschen überträgt sich das Virus nicht. Sorge bereitet aber die mögliche weitere Verbreitung über den ganzen Kontinent. "Wir wissen auch, dass eine große Anzahl von Pferden den Veranstaltungsort in Valencia ohne ein offizielles Gesundheitszertifikat verlassen hat, was bedeutet, dass sie einen unbekannten Gesundheitsstatus hatten", sagte Generalsekretärin Ibanez: "Einige Pferde waren bereits krank, und das Risiko einer Übertragung durch diese Pferde ist ein großes Problem."

Um zu verhindern, dass nun auch Hunderte Pferde auf einmal die laufenden Turniere im Süden verlassen, dürfen die Veranstaltungen in Vilamoura (Portugal), Vejer de la Frontera (Spanien) sowie San Giovanni und Gorla Minore (Italien) in sogenannten "Bubbles" weiterlaufen, solange es keine EHV-1-Fälle gibt. Neue Pferde dürfen aber nicht anreisen, und ohne Genehmigung darf kein Tier den Turnierplatz verlassen.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. März 2021 um 14:25 Uhr.

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