Corona-Schnelltestergebnisse Ärzte fordern zentrale Erfassung

Stand: 28.02.2021 08:50 Uhr

Bisher werden in Deutschland nur die Ergebnisse von Labortests an das RKI gemeldet. Die Bundesärztekammer will auch Schnelltests erfassen lassen und erhofft sich so umfassende Erkenntnisse zur Corona-Lage.

Die Bundesärztekammer fordert eine zentrale Erfassung der Ergebnisse von Corona-Schnelltests durch das Robert Koch-Institut (RKI). "Mit der wachsenden Bedeutung der Antigen-Schnelltests in Deutschland sollten die Ergebnisse dieser Testverfahren detailliert ausgewertet werden", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Umfassendes Lagebild"

Unkomplizierte digitale Meldeverfahren und eine zentrale Erfassung der Testergebnisse durch das RKI würden das Dunkelfeld nicht registrierter Infektionen aufhellen und ein umfassenderes Lagebild der Pandemie in Deutschland ermöglichen. Die so gewonnenen Daten könnten wichtige Erkenntnisse über den Nutzen und die Einsatzszenarien der Schnelltests verschaffen, sagte Reinhardt.

Interessant sei etwa, wie häufig die Tests angewendet werden, wo Kapazitäten ausgeweitet werden müssen und wie hoch die Positivraten in den einzelnen Einsatzbereichen sind. "Genau solche Informationen brauchen wir, um schrittweise in ein normales Leben zurückzukehren", sagte der Ärztepräsident.

Nur Ergebnisse aus dem Labor erfasst

Bislang werden in Deutschland nur die Ergebnisse der laborgebundenen PCR-Tests an das RKI gemeldet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte angekündigt, dass ab 1. März alle Bürgerinnen und Bürger etwa in einem Testzentrum oder einer Apotheke kostenlos einen Corona-Schnelltest vornehmen lassen könnten. Das Corona-Kabinett der Bundesregierung lehnte dieses Startdatum jedoch ab.

Am kommenden Mittwoch steht wieder ein Bund-Länder-Treffen an. Auch die kostenlosen Corona-Schnelltest sind dann ein Thema. Zudem wollen die Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung über eine mögliche Lockerungs-Perspektiv sprechen.

7890 Neuinfektionen

Unterdessen meldeten die deutschen Gesundheitsämter dem RKI 7890 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung Verstorbenen stieg um 157. Vor genau einer Woche waren es 7676 neue Fälle und 145 neue Todesfälle.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bundesweit bei 63,8 und damit so hoch wie am Vortag. Insgesamt wurden in Deutschland bisher 2.442.336 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der Todesfälle liegt seit Beginn der Pandemie bei 70.045.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Februar 2021 um 04:57 Uhr.

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