Corona-Zahlen des RKI Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 134,4

Stand: 29.03.2021 08:10 Uhr

Das Robert Koch-Institut hat 9872 neue Corona-Infektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 134,4. Angesichts der Zahlen fordert der Virologe Stürmer einen harten Lockdown - und keine landesweiten Modellversuche.

Die Neuansteckungen mit dem Coronavirus in Deutschland sind erneut gestiegen: Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 134,4. Am Vortag hatte der Inzidenzwert bundesweit bei 129,7 gelegen, vor einer Woche bei 107. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche an und ist eine wichtige Kennzahl zum Pandemieverlauf.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen 24 Stunden 9872 neue Corona-Infektionen. Zudem wurden 43 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7709 Neuinfektionen und 50 Todesfälle verzeichnet.

Die Zahlen sind zu Wochenbeginn weniger verlässlich, da nicht alle Gesundheitsämter an das RKI melden und an Wochenenden weniger getestet wird.

Bundesweiter R-Wert bei 1,17

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 2.782.273 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 75.913. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.494.800 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht zuletzt bei 1,17 (Vortag: 1,19). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 117 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Virologe fordert harten Lockdown

Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen fordert der Virologe Martin Stürmer das konsequente Umsetzen der von Bund und Ländern vereinbarten Notbremse und eine Verschärfung der Maßnahmen. "Wir müssen jetzt sehr konsequent die Beschlüsse umsetzen", sagte er im ARD-Morgenmagazin. "Wir brauchen jetzt wirklich erstmal einen ganz harten Lockdown, um diese Welle zu brechen." Allein über verstärktes Testen würde die Pandemie nicht beendet.

Mit Blick auf geplante Öffnungen wie etwa im Saarland warnte Stürmer vor zu viel Hoffnung. Mit derlei Modellversuchen müsse man zwar Perspektiven bieten. "Aber nicht bitte in einem ganzen Bundesland", sagte Stürmer. "Das ist mir etwas zu überdimensioniert".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. März 2021 um 09:00 Uhr.

Darstellung: