Corona-Pandemie Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 120

Stand: 10.04.2021 10:55 Uhr

Das Robert Koch-Institut hat mehr als 24.000 Corona-Neuinfektionen und 246 neue Todesfälle registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 120, ist aufgrund der Feiertage aber nur bedingt aussagekräftig.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24.097 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem registrierte das Institut binnen 24 Stunden 246 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 18.129 Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle verzeichnet. 

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI bundesweit bei 120,6. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 110,4 an, vor einer Woche lag sie noch bei über 130.

Inzidenzwert nur bedingt aussagekräftig

Wegen der Feiertage und der Schulferien seien die Corona-Zahlen noch nicht vergleichbar mit den Werten vor Ostern. So sei der Inzidenzwert laut RKI momentan noch mit Vorsicht zu genießen und dürfte wegen weniger Tests und Meldungen über Ostern zu niedrig ausfallen. Das RKI erwartet, dass der Inzidenz-Wert im Laufe der kommenden Woche wieder belastbar sein wird.

Zahl der Intensiv-Patienten deutlich gestiegen

Am Freitag hatte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin betont, dass es schon jetzt ausreichend weitere Daten gebe, die Aufschluss über die tatsächliche Situation gäben. Nach Daten aus rund 70 Kliniken bundesweit müssten immer mehr und auch immer jüngere Menschen wegen schwerer Atemwegsinfektionen in Krankenhäusern behandelt werden. Die Intensivstationen füllten sich rasant. "Diese Entwicklung zeigt leider, dass die Lage sehr, sehr ernst ist", sagte Wieler.

Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes warnt vor einer Zuspitzung der Lage in den deutschen Krankenhäusern. "Wir werden in den Kliniken jetzt eingeholt von den Infektionen, die vor vier Wochen stattgefunden haben", sagte Frank Ulrich Montgomery der "Passauer Neuen Presse".

Ähnliches berichtet die Berliner Charité: "Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation", sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik. Die Zahl der Neuzugänge auf den Intensivstationen der Charité sei in den vergangenen beiden Wochen deutlich gestiegen, sagte Kreis. Besonders betroffen sei nun die Altersgruppe zwischen 30 und 60, die bislang wenige Chancen auf Impfungen hatte. "Der Trend ist eindeutig, und er zwingt uns, zu reagieren."

Fast drei Millionen Infektionen

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.980.413 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.661.500 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 78.249.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,90 (Vortag: 0,80). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. "Der 7-Tage-R- Wert liegt derzeit unter 1, wobei der Einfluss der Osterfeiertage zu beachten ist", schreibt das RKI. Die Werte könnten erst in einigen Tagen bewertet werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. April 2021 um 09:00 Uhr.

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