Corona-Krise in Deutschland Spahn für Lockerungen - aber verantwortungsvoll

Stand: 04.02.2021 08:05 Uhr

Vor dem Bund-Länder-Treffen kommende Woche hat sich Gesundheitsminister Spahn generell offen für Lockerungen gezeigt. Er plädierte aber für einen verantwortungsvollen Übergang vom Lockdown in den Normalzustand.

Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich zurückhaltend zu möglichen Lockerungen der Corona-Auflagen ab Mitte Februar geäußert. "Die Zahlen sind ermutigend, es gibt bei den Neuinfektionen einen spürbaren Trend nach unten. Aber man kann noch nicht abschließend sagen, wo wir am 14. Februar stehen", sagte Spahn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Der Politiker verwies auf die in den vergangenen Wochen festgestellten neuen Varianten des Coronavirus, die als ansteckender gelten als dessen frühere Formen. Vor der nächsten Bund-Länder-Konferenz werde das Robert Koch-Institut (RKI) erste Ergebnisse zur Verbreitung der Mutanten bekanntgeben. "Klar ist: Wir brauchen einen verantwortungsvollen Übergang vom Lockdown in einen neuen Normalzustand", betonte Spahn.

Vorzug für Schulen und Kitas

"Wir können nicht den ganzen Winter in diesem harten Lockdown bleiben", sagte der Minister. "Das würden wir nicht gut aushalten als Gesellschaft." Bei den Lockerungen seien "auf jeden Fall zuerst Kitas und Schulen dran", betonte er. Unterstützung dafür bekam Spahn von der Kanzlerin: "Was ich zusagen kann - dass das Erste, was wir wieder öffnen, Kitas und Grundschulen sein werden, vor allem anderen", sagte Angela Merkel bei einem Bürgerdialog.

Spahn betonte, erst nach der Öffnung von Schulen und Kitas könnten auch in anderen Bereichen Lockerungen greifen. Ob das schon ab dem 15. Februar oder erst später gehe, werde nächste Woche entschieden. Grundsätzlich habe er Sympathien für Stufenpläne, die derzeit von einigen Bundesländern entwickelt werden, sagte Spahn.

Der derzeitige harte Corona-Lockdown ist vorerst bis zum 14. Februar befristet. Bei einer Konferenz am Mittwoch kommender Woche wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen und mögliche Lockerungen entscheiden.

RKI meldete 14.211 Neuinfektionen.

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland gehen seit Wochen zurück. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem RKI heute 14.211 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Außerdem wurden 786 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 17.553 Neuinfektionen und 941 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Morgen bei 80,7. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Spahn für Corona-Lockerungen noch im Winter - aber ohne Datum
Andreas Reuter, ARD Berlin
04.02.2021 08:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Februar 2021 um 05:00 Uhr.

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