Bundesinnenministerium Deutlich weniger Abschiebungen im Jahr 2020

Stand: 03.03.2021 11:27 Uhr

Die Zahl der Rückführungen aus Deutschland hat sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 halbiert. Das zeigen Zahlen des Bundesinnenministeriums. Vor allem nach Georgien und Albanien wurde demnach abgeschoben - und nach Frankreich.

Im Jahr 2020 sind im Vergleich zum Vorjahr weniger als halb so viele Menschen aus Deutschland abgeschoben worden. Im vergangenen Jahr gab es 10.800 Abschiebungen, wie aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Linksfraktion im Bundestag hervorgeht. Im Vorjahr 2019 hatte es noch 22.097 Abschiebungen gegeben.

Hauptsächlich Abschiebungen per Flugzeug

Die wichtigsten Zielländer waren im vergangenen Jahr Georgien, wohin 928 Menschen abgeschoben wurden, und Albanien mit 926 Rückführungen. Es folgten Serbien und danach - als erstes EU-Land - Frankreich. Bei diesen so genannten Dublin-Abschiebungen werden Migrantinnen und Migranten in der Regel in jenes EU-Land zurückgeschickt, über das sie eingereist waren.

Fast 9000 Menschen wurden mit dem Flugzeug abgeschoben, etwa 1780 auf dem Landweg und knapp 50 Personen über den Seeweg. Knapp 23 Prozent der Betroffenen waren Frauen, knapp 18 Prozent waren Minderjährige. Unter den Bundesländern veranlasste Nordrhein-Westfalen mit 2805 die meisten Abschiebungen.

Keine Auskunft zu beteiligten Airlines

Die Antwort auf die Frage, mit welchen Fluggesellschaften die Menschen abgeschoben wurden, stufte das Innenministerium als Verschlusssache ein: Es antwortete also dem Parlament, das diese Informationen jedoch nicht weitergeben darf. "Eine öffentliche Benennung der Fluggesellschaften, die Rückführungsflüge anbieten, birgt die Gefahr, dass diese Unternehmen öffentlicher Kritik ausgesetzt werden und in der Folge für die Beförderung von ausreisepflichtigen Personen in die Heimatländer nicht mehr zur Verfügung stehen", so das Ministerium.

Es häuften sich Berichte, dass Abschiebungen immer unbarmherziger vollzogen würden, beklagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke. "Auch alte, kranke und behandlungsbedürftige Menschen werden abgeschoben", sagte Jelpke. "Ja sogar Menschen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und die Sprache ihrer vermeintlichen "Heimatländer" gar nicht beherrschen." Flugunternehmen, die von Abschiebungen profitierten, stünden zurecht in der Kritik. "Statt Geheimniskrämerei zu betreiben, sollte die Bundesregierung allerdings lieber ihre Flüchtlingspolitik ändern", so Jelpke.

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