Schul-Neustart Impfangebote für Lehrer schon im März?

Stand: 21.02.2021 19:14 Uhr

Gesundheitsminister Spahn will die Impfungen für Lehrkräfte und Erzieher vorziehen - sie könnten in die Priorisierungsgruppe zwei aufrücken. Spahn stellte im Bericht aus Berlin dafür Anfang März in Aussicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich vorsichtig optimistisch geäußert, dass die Impfungen bei Lehrkräften und Erzieherpersonal vorgezogen werden können. Er wolle sich Anfang der Woche mit den Gesundheitsministern der Länder beraten, sagte er in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin

Nach den Gesprächen wolle er die Impfverordnung zügig anpassen, sagte Spahn. Dies könne in einer Woche geschehen. In den Bundesländern wäre es dann Anfang März für Lehrer und Erzieher möglich, die Impfzentren zu besuchen. Spahn stellte aber klar, dass zuvor die Risikogruppen wie über 80-Jährige oder chronisch Kranke durchgeimpft sein müssten. Bereits am Freitag hatte Spahn in Aussicht gestellt, dass Erzieherinnen und Erzieher sowie das Grundschulpersonal - bislang in Priorisierungsgruppe drei - in die zweite Priorisierungsgruppe aufrücken.

"Auswirkungen beobachten"

Spahn drückt deshalb bei der Gruppe der Lehrer und Erzieher aufs Tempo, da bereits weitere zehn Bundesländer ihre Schulen und Kitas wieder öffnen wollen. "Es sind dann Millionen Menschen mehr unterwegs", sagte Spahn. Zugleich tauchten in Deutschland vermehrt Virus-Mutanten auf, die wesentlich ansteckender sind.

"Wir müssen beobachten, welche Auswirkungen dieses Infektionsgeschehen mit den Schulöffnungen hat", sagte Spahn. Er hält es angesichts dieser Lage für falsch, einen Plan für die nächsten sechs Monate zu versprechen. Nötig sei es, Tests auszuweiten und mehr Menschen zu impfen.

Eindringlicher Appell

Zuvor hatte der Verband Bildung und Erziehung (VBE) an die Gesundheitsgefährdungen für Lehrerinnen und Lehrer erinnert. "Die Öffnungen sind kein Wettbewerb, bei dem das Bundesland gewinnt, das die weitgehendsten Lockerungen umsetzt und die Gesundheit aller Beteiligten maximal riskiert", sagte VBE-Chef Udo Beckmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Der föderale Vergleichsmaßstab muss sein, welches Land am besten Neuinfektionen verhindert", forderte er. "Lehrkräfte müssen sich bei der von Montag an breitflächigen Öffnung der Schulen zum Teil ungeschützt ausgeliefert in Situationen begeben, denen sich kaum jemand anders stellen muss: Nämlich dass viele Haushalte über mehrere Stunden zusammen in einem Raum sind - im Klassenraum."

Zuspruch für Priorisierung

Es sei gut, dass eine Priorisierung von Lehrkräften beim Impfen im Gesundheitsministerium geprüft werde, sagte Beckmann. "Die Frage ist nur, wann eine Entscheidung getroffen wird - und warum die Schulöffnungen davor stattfinden sollen."

Auch Bundesbildungsminsiterin Anja Karliczek befürwortet die Pläne für eine frühere Impfung von Lehrkräften und Kita-Personal. "Beide Berufsgruppen nehmen Aufgaben wahr, die für unsere ganze Gesellschaft von ganz großer Bedeutung sind, was sich auch in der Impfpriorisierung zeigen sollte", sagte die CDU-Politikerin.

Unterschiede bei Bundesländern

Zehn weitere Länder öffnen ab diesem Montag wieder ihre Grundschulen. Es findet entweder sogenannter Wechselbetrieb mit halben Klassen statt, die abwechselnd zur Schule kommen, oder auch Vollbetrieb mit festen Gruppen, die sich möglichst nicht begegnen sollen. Bei den Kitas dürfen mehr Kinder oder auch alle wieder in die Betreuung zurück. Auch das unterscheidet sich in den Ländern.

Für ältere Schüler und Jugendliche geht es erst einmal mit sogenanntem Distanzlernen weiter. Ausgenommen davon bleiben Abschlussklassen. In Niedersachsen sind Grundschüler bereits seit Januar wieder in den Schulen, in Sachsen seit Beginn dieser Woche. Auch die Kitas sind im Freistaat seit vergangenem Montag wieder geöffnet.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Februar 2021 um 18:16 Uhr.

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