Ein Mitarbeiter zeigt in der Corona-Abstrichstelle auf dem Festplatz einen Abstrich für einen Corona-Test. | Bildquelle: dpa

Virusvariante aus Südafrika Corona-Mutation erreicht Deutschland

Stand: 12.01.2021 21:23 Uhr

In Deutschland ist die Corona-Mutation aus Südafrika nachgewiesen worden. Die Behörden in Baden-Württemberg melden einen Fall, vorher war schon ein Fall in NRW entdeckt worden.

Die mutierte Corona-Variante B.1.351 aus Südafrika ist in Deutschland nachgewiesen worden. Laut dem Sozialministerium in Stuttgart ist eine erkrankte Person aus dem Zollernalbkreis in Baden-Württemberg betroffen. Die Person sei mit ihrer Familie am 13. Dezember von einem längeren Aufenthalt in Südafrika zurückgekehrt. Nach der Ankunft in Baden-Württemberg sei die Familie pflichtgemäß in Quarantäne gegangen, erklärte ein Ministeriumssprecher.

Ein erster Test nach fünf Tagen sei bei allen Familienmitgliedern zunächst negativ ausgefallen. In der folgenden Woche hätten jedoch einige von ihnen milde Krankheitssymptome entwickelt. Mittlerweile seien Corona-Infektionen bei sechs Personen aus drei Haushalten nachgewiesen worden.

Die Probe des ersten positiv getesteten Familienmitglieds wurde an die Berliner Charité gesandt und sequenziert. Am Montag sei der Nachweis der Variante von der Charité bestätigt worden. Nun würden auch die Abstriche der Kontaktpersonen untersucht, so das Sozialministerium.

Mutation in Bottrop nachgewiesen

Bereits am Montag hatte die nordrhein-westfälische Stadt Bottrop bekanntgegeben, dass ein ebenfalls aus Südafrika eingereister Mann sich mit der Mutation angesteckt hatte und dann seine Familienmitglieder infizierte. Der Patient befand sich, wie die gesamte Familie, in häuslicher Quarantäne. Der Mann ist inzwischen genesen. Auch den Familienmitgliedern geht es gut.

Die Mutation wurde im Dezember in Südafrika bekannt. Die südafrikanische Regierung berichtete auch über die rasche Zunahme der Infektionen.

Mutation ist deutlich ansteckender

Die Variante aus Südafrika scheint zwar nicht für schwerere Verläufe von Covid-19 zu sorgen, doch gilt wie die Mutation aus Großbritannien als potentiell ansteckender als der in Deutschland verbreitete Erreger.

Die aus Großbritannien stammende Virusvariante B.1.1.7 war bereits an Heiligabend in Deutschland nachgewiesen worden. In Irland hatte es zuletzt eine Verzehnfachung der Infektionszahlen gegeben, was unter anderem auf die hochansteckende Mutation zurückgeführt wird.

Einreise-Vorschriften sollen verschärft werden

Angesichts der zunehmend auftretenden Mutationen will die Bundesregierung die Einreisevorschriften verschärfen. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf des Gesundheitsministeriums hervor, den das Kabinett am Mittwoch beschließen soll. Demnach soll es künftig eine Einreise-Testpflicht nicht nur für Länder mit hohen Infektionszahlen geben, sondern auch für Staaten, in denen die Mutationen vermehrt auftreten. Mobilfunknetzbetreiber sollen dazu verpflichtet werden, Personen, die erstmals in Deutschland ankommen, die geltenden Corona-Auflagen per SMS zuzuschicken.

Bundeskabinett will Einreiseregeln verschärfen
Uli Hauck, ARD Berlin
13.01.2021 08:24 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, die Mutation sei erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Tatsächlich wurde bereits am Montag ein Fall in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Wir haben dies korrigiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Januar 2021 um 20:00 Uhr.

Darstellung: