Katholische Bischofskonferenz Beate Gilles zur Generalsekretärin gewählt

Stand: 23.02.2021 14:24 Uhr

Erstmals übernimmt eine Frau die Leitung des Sekretariats der katholischen Deutschen Bischofskonferenz: Die Bischöfe wählten auf ihrer Frühjahrsvollversammlung die Theologin Beate Gilles in das Amt.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat auf ihrer Frühjahrsvollversammlung erstmals eine Frau zu ihrer Generalsekretärin gewählt. Die 50-jährige Theologin Beate Gilles tritt am 1. Juli die Nachfolge von Pater Hans Langendörfer an, der nach 24 Jahren in den Ruhestand getreten war. Gilles war bisher Dezernentin für Kinder, Jugend und Familie im Bistum Limburg.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sprach von einem "starken Zeichen, dass die Bischöfe ihrer Zusage nachkommen, Frauen in Führungspositionen zu fördern". Gilles gelte "als profunde Theologin, stark in den vielfältigen Strukturen der katholischen Kirche vernetzt und mit besten organisatorischen Fähigkeiten ausgestattet", erklärte der Limburger Bischof.

Gilles sagte, sie freue sich auf die neue Aufgabe. "Es ist gerade eine herausfordernde, aber auch spannende Phase für die katholische Kirche in Deutschland." Sie dankte den Bischöfen nach der Wahl für ihr Vertrauen und sprach von einem "bewegenden Moment". Gilles erklärte, sie betrachte ihre Wahl als "große Chance", an der Zukunft der Kirche mitzuarbeiten und diese mitzugestalten. Ihre neue Aufgabe wolle sie mit "großem Respekt" angehen.

"Bemerkenswerter Schritt"

SWR-Religionsexperte Ulrich Pick spricht mit Blick auf die Berufung einer Generalsekretärin von einem "bemerkenswerten Schritt". Seiner Ansicht nach mache die Mehrheit der Bischöfe damit deutlich, dass sie alte Strukturen aufbrechen wolle, dass sie Reformen für nötig halte und für gut erachte. "Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, indem die Bischofskonferenz eine Frau auf diesen Posten hievt, sagt sie in ihrer Mehrheit: Wir wollten Frauen aufwerten und verstehen letztlich die Anliegen von Maria 2.0 - auch wenn die Frage nach der Ordination von Frauen nur in Rom beantwortet werden kann und nicht in Deutschland."

Gilles, 1970 in Hückeswagen im Bergischen Land geboren, studierte von 1989 bis 1995 an der Universität Bonn katholische Religionslehre und Deutsch. 2000 promovierte sie mit einer liturgiewissenschaftlichen Arbeit zu Gottesdienstübertragungen in den Medien. Von 2000 bis 2010 war Gilles Leiterin und Geschäftsführerin des Katholischen Bildungswerkes Stuttgart. Seit 2010 ist sie Dezernentin im Bistum Limburg. Sie ist zudem seit 2020 ehrenamtliche Bundesvorsitzende von IN VIA Deutschland, dem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Februar 2021 um 14:00 Uhr.

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