"Bericht aus Berlin" Testpflicht für Beschäftigte und Mallorca-Rückkehrer?

Stand: 21.03.2021 19:55 Uhr

Eher verschärfen als lockern - darin waren sich Berlins Regierender Bürgermeister Müller und Bayerns Ministerpräsident Söder im "Bericht aus Berlin" einig. Müller schlug vor, auch über Pflichttests für Arbeitnehmer nachzudenken.

Einen Tag vor den Bund-Länder-Beratungen haben sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller im "Bericht aus Berlin" gegen Lockerungen ausgesprochen. "Das sehe ich in der Lage nicht, in der wir sind", sagte Müller. Die Zahlen gingen nach oben. "Insofern glaube ich, den Status quo halten, gegebenenfalls sogar über neue Einschränkungen reden, das müssen wir in Anbetracht dieser Entwicklung schon machen."

Söder sprach sich für eine konsequente Anwendung der Notbremse aus. "Wir sind in einer gefährlichen Situation", sagte er. Man müsse aufpassen, dass aus der dritten keine Dauerwelle werde. "Jetzt neu öffnen würde bedeuten, dass wir bis in den Juni, Juli hinein mit der Pandemie zu kämpfen haben, und zwar mit dieser dritten Welle, und das kann keiner wollen", so Söder. "Und was für mich ganz wichtig ist, dass wir die Notbremse hart machen." In einigen Bundesländern werde das noch relativ locker gehandhabt. "Da müssten wir uns morgen glaube ich klar darauf verständigen."

Müller: Das ganze Themenspektrum prüfen

Mit Blick auf mögliche Verschärfungen plädierte Müller dafür, alle Bereiche zu prüfen. "Wenn wir darüber reden, was wir gegebenenfalls wieder schließen, ist mir schon wichtig, sich doch noch mal das ganze Themenspektrum anzugucken", sagte er. "Wir sind wieder sehr schnell beim Thema Einzelhandel, sehr schnell beim Thema Schule." Er wolle bei den Beratungen aber auch das Homeoffice thematisieren. "Über eine Selbstverpflichtung hinaus sind wir nicht gekommen."

Auch eine Testpflicht für Beschäftigte brachte er ins Spiel. "Was ist mit verpflichtenden Tests für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Wir organisieren das in den Ländern für die Lehrer, es funktioniert zweimal die Woche, warum soll sowas eigentlich nicht auch in der Wirtschaft funktionieren?" Gerade im Privaten und auf der Arbeitsstelle, wo keine Masken getragen würden und nicht zweimal die Woche getestet würde, gebe es extrem ansteigende Infektionszahlen.

Mit Blick auf die Schulen schlug Söder mehr Tests auch bei den Schülern vor - hier müsse die Bereitschaft zur Teilnahme allerdings noch besser werden. Wenn Eltern oder Kommunen Schulen schließen wollten, werde man das im Zweifelsfall unterstützen. Das werde allerdings ein schwerer Gang. "Schule ist unglaublich wichtig, aber Schule ist eben Teil des Pandemiegeschehens, und darum darf man darüber nicht hinwegsehen."

Test- und Quarantänepflicht für Mallorca-Reisende?

Vor dem Hintergrund der Debatte über Mallorca-Reisende schlugen beide Länderchefs zudem eine Test- und Quarantänepflicht für Rückkehrer vor. "Ich glaube so ein ungeschützter Reiseverkehr geht nicht", sagte Müller mit Blick auch auf den Osterurlaub. Es sei für die Menschen unverständlich, dass in Deutschland nicht gereist werden solle, aber dies nach Mallorca möglich sei.

Söder sagte, es müsse dringend "eine Testpflicht und Quarantäne für Mallorca geben". Insgesamt mahnte er, mit Entscheidungen beim Thema Urlaub vorsichtig zu sein. Er gehe davon aus, dass der Inzidenzwert über Ostern noch deutlich steige. "Und da müssen wir aufpassen, dass wir jetzt nicht etwas ankündigen, was hoffnungsvoll klingt und schön wirkt, aber dann von davonlaufenden Zahlen möglicherweise ohnehin wieder eingeholt wird."

Über dieses Thema berichtete das Erste am 21. März 2021 um 18:05 Uhr im "Bericht aus Berlin".

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