Die scheidende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer eröffnet den digitalen Bundesparteitag der CDU. | Bildquelle: dpa

Kramp-Karrenbauers Abschiedsrede "Das schmerzt noch heute"

Stand: 15.01.2021 21:48 Uhr

Die scheidende Parteichefin Kramp-Karrenbauer hat eine selbstkritische Bilanz ihrer Amtszeit gezogen. Zum Auftakt des CDU-Parteitages rechtfertigte sie ihren Rückzug - und warb gleichzeitig für eine geschlossene Union.

Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die scheidende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer dazu kommt, weshalb sie eigentlich hier steht und ihre Abschiedsrede halten muss. Und man muss nicht zwischen den Zeilen lesen, um zu verstehen, wie sehr sie dieser Moment auch noch heute trifft.

"Es ging um die Seele unserer Partei", sagt sie auf dem digitalen Parteitag der CDU über die turbulenten Tage nach der Wahl in Thüringen vor knapp einem Jahr. Die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich mit den Stimmen von CDU, FDP und AfD brachte die Partei in eine, wie Kramp-Karrenbauer nun selbst sagt, "existenzielle schwierige Situation". Es ist ihr dabei nicht gelungen, diese Situation zu lösen. Weil "ich nicht mehr genügend Autorität und Unterstützung hatte, um unsere Partei unbeschadet durch diese schwierige Phase zu bringen".

Später entschuldigt sie sich sogar. "Ich weiß, dass viele von euch, die mich gewählt haben, sich mehr von mir erhofft haben und über Fehler enttäuscht waren. Euren Erwartungen und meinen eigenen Ansprüchen nicht immer gerecht geworden zu sein, das schmerzt, auch heute noch."

Die Rede der scheidenden CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer
15.01.2021

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Dieser Schritt war richtig"

Kramp-Karrenbauer hat nach ihrem angekündigten Rückzug ihre Entscheidung stets verteidigt. Und sie tut es auch jetzt bei ihrer letzten Rede als Parteichefin: "Ja, dieser Schritt war schwer", sagt sie. "Er war reichlich überlegt. Und er war richtig."

Dabei hatte Kramp-Karrenbauer noch zu Beginn ihrer Rede ihre Leistungen hervorgehoben, ohne sich dabei selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Sie erinnerte an die gespaltene Union nach der Flüchtlingskrise. "Der Streit brachte uns an den Rand des Scheiterns unserer Gemeinschaft", sagt sie. "Wir haben 2018 in den Abgrund geschaut." Aus dem Riss zwischen CDU und CSU wurde Versöhnung. Dies wird tatsächlich als ihr Verdienst gewertet.

Kramp-Karrenbauer streift das unglückliche Agieren nach dem Rezo-Video, ohne es direkt anzusprechen. "Manch einer glaubt, uns zerstört zu haben", sagt sie. "Wir haben die Ärmel hochgekrempelt".

Für Zusammenhalt

Für das Superwahljahr, aber auch für die morgige Wahl zum Vorsitzenden wirbt Kramp-Karrenbauer schließlich um die Unterstützung, die ihr oft verwehrt blieb. "Unterstützen wir geschlossen den neuen Vorsitzenden der CDU", sagt sie. "Stehen wir zusammen ein für eine moderne und offene CDU, für eine Union, die zusammenhält, für eine CDU, die so eng mit den Menschen vor Ort verbunden ist wie keine andere Partei."

Über ihre eigene Zukunft äußerte sie sich hingegen nicht. Zuletzt war viel darüber gemutmaßt worden. Aus ihren letzten Aussagen glaubte mancher herauszulesen, dass sie auch ohne den Politikbetrieb zurecht käme. Andere sehen sie als mögliche Kandidatin für die Nachfolge des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Unklar ist noch, ob sich Kramp-Karrenbauer um ein Bundestagsmandat in ihrem Heimat-Wahlkreis bewirbt. In ihrer Abschiedsrede sagte sie dazu nur, dass sie als Mitglied dieser Partei für eine moderne und offene CDU einstehen werde. "Die Verantwortung, Leidenschaft und Verbundenheit als eines von 400.000 Mitgliedern der CDU bleibt."

Auch für Kanzlerin Angela Merkel dürfte dies der letzte CDU-Parteitag als Regierungschefin sein. Sie ging in ihrem anschließenden Grußwort nicht auf Kramp-Karrenbauers Arbeit ein - und beließ es bei der Begrüßung und einem Wunsch. Ein "Team" solle gewählt werden, "das die Geschicke unserer stolzen Volkspartei in die Hand nimmt und dann gemeinsam mit allen Mitgliedern die richtigen Antworten für die Aufgaben der Zukunft findet", sagte sie.

Am Samstag stellen sich Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Armin Laschet der Wahl. Dabei tritt Laschet als einziger zusammen mit Gesundheitsminister Jens Spahn ausdrücklich als "Team" an.

AKK - Abschied als Parteichefin
Bernhard Kempf, ARD Berlin
16.01.2021 06:02 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 15. Januar 2021 um 21:45 Uhr.

Darstellung: