Marine und Luftwaffe Russisches Manöver im Schwarzen Meer

Stand: 20.04.2021 16:08 Uhr

Inmitten der zugespitzten Lage im Ukraine-Konflikt haben russische Kriegsschiffe mit der Luftwaffe im Schwarzen Meer ein Manöver abgehalten. Die Marine spricht von einer Übung zur Abwehr eines "gegnerischen Luftangriffs".

Mehr als 20 russische Kriegsschiffe haben an einem Manöver im Schwarzen Meer teilgenommen, an dem auch die Ukraine liegt. Auch die Luftwaffe sei an der Übung mit Kampfflugzeugen des Typs Suchoi Su-25SM3 beteiligt gewesen, teilte die Schwarzmeerflotte der russischen Marine mit.

Dabei sei die Abwehr eines "gegnerischen Luftangriffs" unter Einsatz elektronischer Störsender und konventioneller Flugabwehr geprobt worden. Mehr als 50 Kampfflugzeuge seien auf die 2014 von Russland annektierte, ukrainische Krim verlegt worden. Der Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte liegt auf der annektierten Halbinsel.

Ukraine, die Krim mit Sewastopol
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Die russischen Militärübungen finden südlich der annektierten Halbinsel Krim statt.

Viele russische Soldaten in Grenznähe

Russische Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine sorgen seit Wochen für Besorgnis bei der ukrainischen Regierung und ihren westlichen Unterstützern. Nach EU-Erkenntnissen hat Russland an der Grenze und auf der Halbinsel Krim mittlerweile mehr als 150.000 Soldaten stationiert.

Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba sagte, der russische Truppenaufmarsch sei größer als 2014. Ausschließlich Moskau lasse die Situation eskalieren. Die Ukraine werde niemals einen Krieg oder eine militärische Eskalation anstreben.

Dagegen warf Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu der Ukraine vor, der "zerstörerische Kurs der militärischen und politischen Führung" in Kiew ziele darauf ab, die Lage im Donbass an der russisch-ukrainischen Grenze zu destabilisieren. Russland hat keine Zahlen zur Truppenstärke genannt und den Truppenaufzug mit Militärübungen begründet.

Ukrainische und US-amerikanische Manöver in der Region

Für Manöver im Schwarzen Meer sperrte Russland Teile des See- und Luftraums. Vorübergehende Beschränkungen des Luftverkehrs seien eine weltweit übliche Praxis, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Entlang der Grenze zur Ukraine gebe es nach wie vor Spannungen. Sie seien noch nicht verschwunden, meinte er. "Dies erforderte zweifelsohne besondere Aufmerksamkeit."

In der vergangenen Woche hatten Schiffe der ukrainischen Flotte gemeinsam mit der rumänischen Corvette Horia Macellariu im Schwarzen Meer unter anderem die Abwehr von Schnellbooten und die Koordination gemeinsamer Handlungen geübt. Ähnliche Übungen hatte es bereits im Februar mit US-amerikanischen Schiffen gegeben.

Kein Frieden in Sicht

Seit knapp sieben Jahren werden Teile der Gebiete in der Ostukraine entlang der russischen Grenze von moskautreuen Separatisten kontrolliert. UN-Schätzungen zufolge wurden bei den Kämpfen mehr als 13.000 Menschen getötet. Ein im Jahr 2015 vereinbarter Friedensplan unter Vermittlung Deutschlands und Frankreichs liegt auf Eis.

Vor dem Treffen der EU-Außenminister: Russische Drohgebärden im Schwarzen Meer
Gesine Dornblüth, DLR/DLF Moskau
20.04.2021 14:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. April 2021 um 12:00 Uhr.

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