Chinesisches Neujahrsfest Der Ochse verspricht Ernte und Glück

Stand: 11.02.2021 18:14 Uhr

Neujahrsfest in China und anderen asiatischen Ländern: 2021 ist das "Jahr des Ochsen", er steht für Wohlstand und Glück. Die großen Familientreffen fallen vielerorts wegen der Corona-Beschränkungen aus.

Von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking, zzt. Berlin

Kristallkugeln, Tarotkarten, im Hintergrund plätscherndes Wasser - die Pekinger Wahrsagerin Katie hat rund um das chinesische Neujahrsfest gut zu tun. Viele hätten sich bei ihr bereits die Aussichten für das Jahr des Ochsen vorhersagen lassen, sagt die 60-Jährige mit den blondgefärbten Haaren. Und die meisten glauben, dass das neue Jahr besser wird.

Auch die studierte Finanzexpertin, die über Umwege zu ihrem Job als Wahrsagerin in einem Pekinger Einkaufszentrum kam, blickt zuversichtlich auf die nächsten Monate: "Das Jahr des Ochsen ist für uns Chinesen ein glückliches Jahr. Im Jahr des Ochsen haben wir immer eine gute Ernte."

Ochsenlaterne in einem Park in Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei. | Bildquelle: AFP
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Menschen betrachten eine riesige Ochsenlaterne in einem Park in Wuhan in Chinas zentraler Provinz Hubei.

Einkaufsgutscheine und Streaming-Angebote

Eine gute Ernte, mehr Wohlstand, Glück, gutes Gelingen - der fleißige Ochse gilt in China als Symbol der Zuversicht. Gut gebrauchen können diesen Optimismus die vielen Millionen Wanderarbeiter in China, die für das 15-tägige Neujahrsfest diesmal oft nicht zu ihren Familien in ihre Heimatdörfer gefahren sind. Die Behörden hatten sie aufgefordert, auf Reisen zu verzichten - zu groß die Angst vor neuen Corona-Ausbrüchen. Als Kompensation für die entgangenen Familienfeiern gibt es etwa in Peking Einkaufsgutscheine und kostenlose Streaming-Angebote für die Feiertage.  

Große Erwartungen der Einzelhändler

Insgesamt beginnt das neue Jahr weniger bunt und fröhlich als sonst. Denn auch die traditionellen Tempelfeste und Neujahrsmärkte wurden vielerorts abgesagt. Trotzdem hoffen gerade viele Einzelhändler auf bessere Geschäfte als im abgelaufenen Jahr der Ratte, als der Konsum wegen der Corona-Pandemie deutlich einbrach.

"Im Jahr des Ochsen haben wir große Erwartungen", sagt ein Schuhhändler in Peking, "auch wenn wir es immer noch mit der Pandemie zu tun haben. Wir hoffen trotzdem, dass dies ein gutes Jahr wird und es wieder aufwärts geht."

Für diese Zuversicht gibt es gute Gründe - Wahrsagerin Katie sagt, ihre Karten zeigten eindeutig in eine positive Richtung. Aber auch Ökonomen gehen davon aus, dass die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr kräftig wachsen wird - mit rund acht Prozent rechnet etwa der Internationale Währungsfonds.

Leere Kassen bei den Friseuren

Nicht so gute Geschäfte machen allerdings zu Beginn des Jahrs des Ochsen die Friseure - denn im abergläubischen China heißt es, wer sich in den ersten Tagen des neuen Jahres die Haare schneiden lässt, schneidet damit das Glück gleich wieder ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Februar 2021 um 09:35 Uhr.

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