Getötete Journalistin in Malta 15 Jahre Haft im Mordfall Galizia

Stand: 23.02.2021 17:23 Uhr

Im Verfahren um den Mord an der Journalistin Galizia ist in Malta ein erstes Urteil gefallen: Einer von drei Beschuldigten wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Zuvor hatte er sich überraschend schuldig bekannt.

Mehr als drei Jahre nach dem Autobomben-Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia in Malta hat ein Gericht einen von drei Beschuldigten zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte sich kurz zuvor in dem Prozess überraschend schuldig bekannt. Das Bekenntnis sei beim Strafmaß berücksichtigt worden, sagte die Richterin bei der Urteilsverkündung.

Die drei Männer - der nun Verurteilte und zwei Brüder - waren wegen Mordes angeklagt, bisher hatten alle ihre Schuld bestritten. Sie werden beschuldigt, die Bombe beschafft, platziert und gezündet zu haben. Außerdem sollen sie einer kriminellen Vereinigung angehören. Die beiden anderen Angeklagten änderten ihre Aussagen zunächst nicht.

Die 53-jährige Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 bei einem Bombenanschlag auf ihr Auto getötet worden. Sie hatte über Korruption in Politik und Wirtschaft in ihrem Land recherchiert.

Auch möglicher Drahtzieher festgenommen

Ein vierter Verdächtiger in dem Fall, der einflussreiche Geschäftsmann Yorgen Fenech, wurde 2019 vor der Küste Maltas auf seiner Jacht festgenommen, als er versuchte zu fliehen. Die Anhörungen in seinem Fall haben noch nicht begonnen. Die Familie der Ermordeten hält ihn für den möglichen Auftraggeber des Mordes.  

Der Mord an einer Journalistin in einem EU-Land hatte weltweit für Aufsehen gesorgt und führte in der Folge zu einer Reihe von Rücktritten auf höchster politischer Ebene. So musste der damalige maltesische Premierminister Joseph Muscat 2020 seinen Posten abgeben.

Erstes Urteil im Fall Caruana Galizia
Jörg Seisselberg, ARD Rom
23.02.2021 18:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Februar 2021 um 17:00 Uhr.

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