Prognosen nach Volksabstimmung Schweizer offenbar für Verhüllungsverbot

Stand: 07.03.2021 13:43 Uhr

Laut ersten Prognosen haben sich die Schweizer in einer Volksabstimmung knapp dafür ausgesprochen, Gesichtsverschleierung in der Öffentlichkeit zu verbieten. Ausnahmen soll es für religiöse Stätten geben.

Die Schweizer haben bei einer Volksabstimmung ersten Prognosen zufolge einem landesweiten Verhüllungsverbot zugestimmt. Die Ja-Stimmen lagen bei 51 Prozent, wie der Co-Leiter des Umfrageinstituts gfs.bern, Lukas Golder, im Fernsehen sagte. Auch eine Hochrechnung des Medienhauses SRG kam zu dem gleichen Ergebnis.

Die Vorlage zielt darauf ab, muslimischen Frauen das Tragen von Nikab oder Burka im öffentlichen Raum zu verbieten. Mit der Annahme käme diese Kleidervorschrift in die Verfassung und würde auf Straßen, in Restaurants und Geschäften gelten. Eine Ausnahme gäbe es für religiöse Versammlungsräume. Ein solches Verbot existierte bereits in den Kantonen St. Gallen und Tessin.

Eine Touristin aus Riad (Saudi-Arabien) sitzt am 09.10.2016 in einem Restaurant in Interlaken,Schweiz/Archivbild | Bildquelle: picture alliance / Peter Klaunze
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Auch Touristinnen, wie etwa aus Saudi-Arabien, sind künftig von dem Verbot betroffen.

Auch Hooligans betroffen

Auch in Frankreich, Österreich, den Niederlanden und anderen Ländern gibt es Verhüllungsverbote. Auf dem Papier richtete sich die Vorlage allgemein gegen Verhüllung und verbietet damit künftig auch Demonstranten und Fußballhooligans, ihr Gesicht zu verhüllen. 

Der Verein, der die Volksabstimmung mit einer Unterschriftensammlung durchsetzte, macht aber kein Hehl aus seiner islamkritischen Haltung. Er hatte 2009 auf gleichem Weg erreicht, dass keine neuen Minarette in der Schweiz gebaut werden dürfen. Der Verein, das Egerkinger Komitee, ist rechtskonservativ und will nach eigenem Bekunden eine Islamisierung der Schweiz verhindern. Gegner warfen dem Verein vor, er fördere damit antiislamischen Rassismus.

Die Schweizer Regierung war gegen die Maßnahme und argumentierte, sie könne dem Tourismus schaden. Die meisten Muslima, die Vollverschleierung mit Sichtfenster tragen, sind Touristinnen aus wohlhabenden Golfstaaten.

Nur etwa 30 Nikab-Trägerinnen

Der Anteil der Muslime in der Schweiz lag 2018 bei 5,3 Prozent. Die Zahl der Nikabträgerinnen wird auf rund 30 geschätzt. Eine Burka ist ein Überwurf, der Frauen ganz verhüllt und nur ein Gitterfenster zum Sehen offen lässt. Das Gewand mit Schlitz für die Augen heißt Nikab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. März 2021 um 07:30 Uhr.

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