Eine Frau geht bei eisigen Temperaturen von minus 43 Grad Celsius in der Stadt Jakutsk | Bildquelle: imago images/ITAR-TASS

Kälterekorde in Sibirien Zittern bei minus 49 Grad

Stand: 28.12.2020 13:47 Uhr

Im Süden und Westen Sibiriens hat es laut Meteorologen neue Kälterekorde gegeben. In einigen Regionen sei es so kalt gewesen wie in den vergangenen 50 bis 100 Jahren nicht mehr. Laut Behörden mussten viele Menschen mit Erfrierungen behandelt werden.

Meteorologen haben im Süden und Westen Sibiriens neue Kälterekorde gemessen: Im Dorf Teguldet nahe der Großstadt Tomsk sei das Thermometer am vergangenen Wochenende auf minus 49 Grad Celsius gesunken, sagte ein Wetterexperte der russischen Staatsagentur Tass. "Westsibirien hat die Meteorologen tief beeindruckt."

In Nowosibirsk wurden demnach zwischen minus 37 und minus 41 Grad gemessen. Frühere Rekorde in Sibiriens größter Stadt seien um fünf Grad getoppt worden.

Menschen mit Erfrierungen in Behandlung

In anderen Regionen sei es so kalt gewesen wie in den vergangenen 50 bis 100 Jahren nicht mehr, sagte der Sprecher. Nach Angaben der Behörden mussten viele Menschen mit Erfrierungen behandelt werden.

Außerdem habe es zahlreiche Verkehrsunfälle und Flugausfälle gegeben.

Russland, Omsk: Ein älterer obdachloser Mann wärmt sich, eingewickelt in eine Steppdecke, an den Rohren des städtischen Heizungssystems | Bildquelle: dpa
galerie

Bittere Kälte auch in Omsk: Ein obdachloser Mann wärmt sich, eingewickelt in eine Steppdecke, an den Rohren des städtischen Heizungssystems.

Extreme Temperaturen auch im Sommer

Noch im Juni dieses Jahres war extreme Hitze in Sibirien verzeichnet worden. Die örtliche Wetterstation im ostsibirischen Werchojansk hatte 38 Grad Celsius gemessen - auch dies war ein neuer Rekord. Das europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen ECMWF berechnete im Juni ebenfalls 37 Grad für diese Region.

Für die gesamte Region des arktischen Sibirien hatte der Corpernicus-Klimawandeldienst eine Juni-Durchschnittstemperatur von fünf Grad Celsius über Normal angegeben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Dezember 2020 um 13:05 Uhr.

Darstellung: