Corona-Pandemie in Russland Putin ruft zum Impfen auf

Stand: 21.04.2021 13:54 Uhr

Bis zum Herbst sollen die meisten Russen gegen das Coronavirus immun sein. Deswegen rief Präsident Putin in seiner Rede zur Lage der Nation nochmals zum Impfen auf. Bei politischen Konflikten blieb er hingegen vage.

Von Stephan Laack, WDR

Wladimir Putins Rede an die Nation wurde gleich von mehreren Fernseh- und Radiosendern, sowie Internet-Kanälen live übertragen. Im staatlich kontrollierten Fernsehen Russlands lief schon Stunden vorher ein Countdown.

Mit ein paar Minuten Verspätung trat Putin an das Rednerpult - eingerahmt von russischen Flaggen und dem Staatswappen, dem doppelköpfigen Adler im Hintergrund.

Coronavirus: Herdenimmunität bis zum Herbst?

Im ersten Teil seiner Rede ging der Kremlchef auf die Bekämpfung der Corona-Pandemie ein und hob hervor, dass Russland gleich drei wirksame Impfstoffe entwickelt habe. Im Herbst könne ein Großteil der russischen Bevölkerung gegen Corona immun sein. Putin mahnte aber auch, jetzt nicht unvorsichtig zu werden.

"Noch einmal möchte ich alle russischen Bürger dazu aufrufen, sich impfen zu lassen! Nur so werden wir die lebensgefährliche Epidemie eindämmen können, einen anderen Weg gibt es nicht. Der andere Weg - krank zu werden, mit nicht absehbaren Nachwirkungen - ist der schlechtere Weg. Ich will noch einmal wiederholen: Die Gefahr durch das Virus ist noch nicht vorbei."

Geringe Impfbereitschaft in der Bevölkerung

Die mehreren Hundert Abgeordneten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Saal saßen übrigens dicht an dicht. Die meisten von ihnen ohne Mund-Nasen-Schutz.

In den vergangenen Tagen sind die Corona-Infektionszahlen in Russland wieder leicht angestiegen. Die Impfbereitschaft der Russen ist vergleichsweise niedrig. Nur etwas mehr als vier Prozent sind vollständig geimpft.

Putin droht "Feinden Russlands" mit harten Reaktionen

Außenpolitisch war vor allem von Interesse, wie Putin auf die zunehmenden Spannungen in der Ostukraine eingehen würde. Der russische Truppenaufmarsch entlang der Grenze zur Ukraine und auf der annektierten Krim haben zuletzt Befürchtungen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts genährt.

Putin vermied es in seiner Rede, explizit dazu Stellung zu nehmen. Allerdings hatte er eine Warnung an die Adresse aller "Feinde Russlands" parat:

"Wir wollen keine Kontakte vernichten. Aber wenn jemand unsere guten Vorsätze als Schwäche auslegt und selbst diesen Kontakt vernichten will, sollte er wissen: Die Antwort Russlands wird spiegelartig, schnell und hart sein. Diejenigen, die Provokationen aussenden, die unsere Sicherheit gefährden, werden es so stark bereuen, wie es schon lange nicht mehr der Fall war."

Noch gestern hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Putin zu einem Treffen eingeladen und vor einem Blutvergießen gewarnt, dem Millionen Menschen zum Opfer fallen könnten. Es sei noch nicht zu spät, dies zu verhindern.

Putins Rede an die Nation
Stephan Laack, WDR
21.04.2021 13:09 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 21. April 2021 die tagesschau um 12:00 Uhr, das ARD-Mittagsmagazin ab 13:00 Uhr und MDR aktuell um 14:21 Uhr.

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