Karte: Aserbaidschan, Bergkarabach, Armenien

Krieg um Bergkarabach Aserbaidschan meldet Tote bei Angriff

Stand: 28.12.2020 14:38 Uhr

Seit Mitte November gilt in Bergkarabach ein Waffenstillstand - doch jetzt hat es laut aserbaidschanischen Angaben bei einem Angriff armenischer Kämpfer sieben Tote gegeben. Armenien dementiert allerdings.

Bei einem Gefecht zwischen aserbaidschanischen Streitkräften und pro-armenischen Kämpfern ist nach Angaben des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums ein Soldat getötet worden. Ein Armeeangehöriger sei außerdem verletzt worden.

Weiter erklärte das Ministerium, pro-armenische Kämpfer hätten das Feuer auf die aserbaidschanischen Soldaten eröffnet. Sechs Angreifer seien getötet worden. Der Vorfall habe sich in der Nähe des Dorfes Agdam in einem an Bergkarabach angrenzenden Gebiet ereignet. Das Ministerium drohte mit "entschlossenen Maßnahmen", sollte es weitere Angriffe geben.

Armenien dementiert Berichte über Kämpfe

Das Militär Bergkarabachs wies diese Darstellung als Falschinformation und Propaganda zurück. Die Streitkräfte des Territoriums hielten sich strikt an die Waffenruhe, erklärte es. Das armenische Verteidigungsministerium wies Medienberichte über Kämpfe im Süden Bergkarabachs zurück.

Zerbrechlicher Waffenstillstand

Bergkarabach liegt in Aserbaidschan und steht seit dem Ende eines Krieges 1994 unter Kontrolle ethnischer Armenier, die von Armenien unterstützt werden. Ende September waren Kämpfe um die Region ausgebrochen, bei denen auf beiden Seiten mehr als 5600 Menschen getötet wurden.

Ein von Russland vermitteltes Friedensabkommen gab Aserbaidschan die Kontrolle über einige Gebiete in Bergkarabach und umliegende Regionen zurück, die seit mehr als 25 Jahren unter armenischer Kontrolle gestanden hatten.

Aserbaidschan hatte vor kurzem mitgeteilt, dass seit Abschluss des Waffenstillstandsabkommens am 10. November mindestens sechs Soldaten getötet worden seien. Insgesamt halte der Waffenstillstand jedoch, dessen Einhaltung von russischen Soldaten überwacht wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Dezember 2020.

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