Kritik von Trump-Anhängern US-Republikaner halten zu Liz Cheney

Stand: 04.02.2021 10:58 Uhr

Trotz massiver Kritik aus den eigenen Reihen behält die republikanische Abgeordnete Cheney ihr Führungsamt in der Fraktion. Sie hatte den Zorn des rechten Parteiflügels auf sich gezogen, weil sie für Trumps Amtsenthebung gestimmt hatte.

Cheney bleibt in der Fraktionsführung der Republikaner im Repräsentantenhaus. Das haben die Abgeordneten der Partei am Abend mit großer Mehrheit beschlossen. Zuvor war die Tochter des früheren Vizepräsidenen Dick Cheney massiv von vielen Seiten angegangen worden In ihrem Heimatstaat Wyoming war sie dafür offiziell gerügt worden. Dort hat sich bereits eine Bewegung gebildet, die verhindern will, dass sie in zwei Jahren noch einmal kandidieren kann. Donald Trump unterstützt diese parteiinterne Gruppe.

Große Mehrheit für gemäßigte Republikanerin Cheney

Über mehrere Stunden hatten die republikanischen Abgeordneten hinter verschlossenen Türen gestritten. "Ich werde mich nicht für die Abstimmung entschuldigen", sagte Cheney in der Sitzung, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Der rechte Parteiflügel forderte, Cheney zu bestrafen. Dies lehnte die große Mehrheit der Fraktion ab. Viele haben Sorge um das Image ihrer Partei bei gemäßigten Wählern.

Unterstützung auch für nationalistische Abgeordnete Greene

Gleichzeitig hat die Fraktion beschlossen, die nationalistische Abgeordnete Taylor Greene nicht zu maßregeln. In sozialen Medien fiel sie als Befürworterin rassistischer Ansichten und der ebenso abstrusen wie haltlosen Verschwörungstheorien der QAnon-Bewegung auf.

Am Umgang mit den zwei völlig gegensätzlichen und umstrittenen Abgeordneten zeigt sich das Dilemma der Republikaner in der Post-Trump-Ära. Vorerst halten die Republikaner zu beiden: zu der von Trump gelobten Greene und zu der vom Expräsidenten kritisierten Cheney.

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Washington.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Februar 2021 um 05:07 Uhr.

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