Krawalle in Tunis 10 Jahre nach Sturz von Ben Ali | Bildquelle: AFP

Proteste in Tunesien Polizei nimmt Hunderte Menschen fest

Stand: 18.01.2021 14:10 Uhr

Seit Tagen gehen in Tunesien vor allem junge Menschen auf die Straße. Sie sind wütend über die schlechte Wirtschaftslage - und verstoßen gegen die corona-bedingte Ausgangssperre. Es kommt immer wieder zu Gewalt.

In Tunesien gibt es seit Tagen gewaltsame Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Seit Freitag gehen nachts vor allem junge Menschen auf die Straßen, um ihren Unmut über die schlechte Wirtschaftslage und fehlende Perspektiven Luft zu machen.

Tunesien: Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften
tagesschau 17:00 Uhr, 18.01.2021

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Damit widersetzten sie sich der nächtlichen Ausgangssperre, die das Coronavirus eindämmen soll. Randalierer zündeten nach Angaben den Innenministeriums teilweise Reifen und Mülltonnen an, um den Sicherheitskräften den Weg zu versperren. Mehrere tunesische Medien berichten übereinstimmend, dass Steine und Molotowcocktails auf Polizisten geworfen wurden. In einigen Orten wurden auch Supermärkte geplündert. In der Hauptstadt Tunis setzten Sicherheitskräfte laut Augenzeugen Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.

Regierung entsendet Militär

Wegen der Zusammenstöße mit Sicherheitskräften wurde jetzt die Armee in vier Städte des Landes gerufen: Sie soll in Sousse, Bizerte, Kasserine und Siliana die Polizei unterstützen und Regierungsgebäude schützen. Außerdem hat die Polizei 632 Protestierende festgenommen, die meisten im Alter zwischen 15 und 25 Jahren.

Die Proteste fallen auf den zehnten Jahrestag der Flucht des Langzeitherrschers Zine El Abidine Ben Ali am 14. Januar 2011, der mehr als 20 Jahre lang an der Macht war. Tunesien ist seitdem als einzigem Land, das von Aufständen in der arabischen Welt erfasst wurde, der schrittweise Übergang zur Demokratie gelungen.

Corona verschärft die Wirtschaftskrise

Dennoch: Korruption, politische Instabilität und die schlechte Wirtschaftslage plagen das Land weiterhin. Die Corona-Krise sorgt für weitere Preissteigerungen, die sowieso schon hohe Arbeitslosigkeit verfestigt sich. Ein Drittel der jungen Leute ist inzwischen ohne Arbeit. Das Misstrauen gegen die herrschende Elite und die etablierten politischen Parteien ist groß.

Die Ausgangssperre wurde ab Montag zwar wieder verkürzt, andere Einschränkungen gelten aber weiter. So dürfen Restaurants und Cafés nur außer Haus verkaufen, Reisen zwischen einzelnen Landesteilen sind nur mit Ausnahmegenehmigungen erlaubt und jegliche Form von Versammlungen sind untersagt. Im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr werden diese Maßnahmen aber nicht von Wirtschaftshilfen für Bedürftige begleitet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2021 um 14:00 Uhr.

Darstellung: