Flixbus-Launch in Los Angeles | Bildquelle: AFP

Expansion in die USA Flixbus will die Greyhounds jagen

Stand: 16.05.2018 08:27 Uhr

Flixbus will seinen Erfolg in Europa jetzt auch in den USA fortsetzen. Mit Kampfpreisen und mehr Haltestellen wollen die Münchner die traditionsreiche Konkurrenz übertrumpfen.

Von Reinhard Spiegelhauer, ARD-Studio Los Angeles

Die Greyhound-Busse sind legendär - aber nicht besonders beliebt. Langsam und muffig, das ist das Image von Langstreckenbussen in den USA. Flixbus will das ändern. Ab dem 31. Mai schicken die Münchner auch in den USA ihre Busse los. Und wollen den Erfolg, den sie in den vergangenen Jahren in Europa hatten, über dem großen Teich fortsetzen.

Flixbus fährt in den USA mit dem gleichen Konzept vor wie in Europa. Lokale oder regionale Partner stellen die Busse und wickeln die Fahrten ab. Die Münchner organisieren in der US-Zentrale in Los Angeles Genehmigungen, Marketing, Ticketverkauf. Busfahren im "Uber Style"nennen US-Medien das. Kampfpreise sollen die Amerikaner in die grünen Busse locken: Der Trip von Los Angeles nach Las Vegas ist ab 2,99 Dollar zu haben.

Flixbus-Launch in Los Angeles | Bildquelle: AFP
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Flixbus-Chef André Schwammlein (links) und der Geschäftsführer von Flixbus in den USA, Pierre Gourdain, in Los Angeles.

Nach der Uni nach Las Vegas

Und Flixbus habe in jeder Stadt mehr Haltestellen, als die großen Konkurrenten Greyhound oder Stagecoach, sagt US-Chef Pierre Gourdain: "In einer Stadt wie LA mit 18 Millionen Einwohnern reicht eine einzige Haltestelle nicht. Mit uns kann man direkt vom Uni-Campus nach dem Kurs nach Las Vegas fahren."

Touristinnen in Las Vegas | Bildquelle: AP
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Für 2,99 Dollar von Los Angeles nach Las Vegas: Flixbus will Leute in die Busse holen, die bisher gar nicht verreisen.

"Mach dir einen schönen Abend mit deinen Freunden", sagt Gourdain. Die erste planmäßige Fahrt an einem Freitag, nämlich am ersten Juni, kostet allerdings nicht knapp 3 sondern knapp 10 Dollar. Und Konkurrent Greyhound hat auch nicht nur eine, sondern fünf Haltestellen in Los Angeles. Ist aber mit 20 bis 25 Dollar tatsächlich deutlich teurer als der Newcomer.

Die Deutschen wollen aber nicht nur über den Preis, sondern auch über die "Experience" punkten. Das dürfte wichtig sein, denn Busfahren gilt in den USA als unkomfortabel, langsam und schäbig. Und Flixbus will Leute in die Busse holen, die bisher gar nicht verreisen, weil es ihnen zu teuer ist.

Keine Ausrede mehr, nicht zu reisen

"Für viele Leute ist Fortschritt, immer schneller zu fahren, Hyperloops zu bauen und ähnliches. Für uns ist Fortschritt, wenn wir dem Drittel der Amerikaner, das bisher gar nicht reist, die Möglichkeit dazu geben", so Gourdain. Es gebe keine Ausrede mehr, sich nicht auf den Weg zu machen.

Zumindest in den Städten, in denen die Flixbusse an die Haltestellen brummen. Zum Start ist das Streckennetz mit 21 angefahrenen Städten in Nebraska, Arizona und Kalifornien eher überschaubar. Und in Kalifornien gibt es noch keine Verbindungen ins Silicon Valley bzw. die Bay Area - die Genehmigungsverfahren laufen noch. Flixbus hofft, dort bald fahren zu können - und dass das Fahrrad für gut 10 Dollar mit darf, könnte besonders der modernen, umweltbewussten Klientel in Kaliforniens Städten gefallen.

Flixbus startet auf US-Markt
Reinhard Spiegelhauer, ARD Los Angeles
16.05.2018 07:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete rbb Info am 16. Mai 2018 um 08:35 Uhr.

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