Ein Mann fotografiert auf der Internationalen Ausstellung für Verteidigung (IDEX) in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, einen Panzer vom Typ Leopard des deutschen Rüstungsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann.  | Bildquelle: dpa

SIPRI-Bericht Handel mit Großwaffen wächst

Stand: 12.03.2018 01:45 Uhr

Der weltweite Waffenhandel hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen - bei den Großwaffen um zehn Prozent. Die deutschen Exporte waren laut SIPRI-Bericht im betrachteten Zeitraum rückläufig.

Der weltweite Handel mit Großwaffen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Wie das in Stockholm ansässige Friedensforschungsinstitut SIPRI bekannt gab, wurden im Zeitraum 2013 bis 2017 insgesamt zehn Prozent mehr solcher Waffen verkauft als im Fünf-Jahres-Zeitraum davor.

Deutschland steht auf Platz vier der fünf größten Exporteure, hinter den USA, Russland und Frankreich und vor China. Größter Importeur ist Indien, gefolgt von Saudi-Arabien und Ägypten. 74 Prozent der Exporte zwischen 2013 und 2017 gehen dem SIPRI-Bericht zufolge auf das Konto der fünf Haupt-Waffenexporteure.

USA bleiben größter Exporteur

Mit Abstand der größte Waffenlieferant sind weiterhin die USA, die allein einen Anteil von 34 Prozent halten. Sie verzeichneten demnach einen Zuwachs um ein Viertel. Dabei ist der Abstand zwischen den USA und Russland immens: Die Exporte der USA übertreffen die Russlands um 58 Prozent. Russlands Exporte waren zuletzt rückläufig (7,1 Prozent weniger). Auch Deutschlands Exporte gingen im Berichtszeitraum um 14 Prozent zurück.

Rüstungsmesse in Russland | Bildquelle: dpa
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Deutschland steht auf Platz vier der fünf größten Exporteure, hinter den USA, Russland und Frankreich und vor China.

Besonders Länder der Nahost-Region bezogen US-Waffen (Anteil von 49 Prozent am Gesamtvolumen), vor Ozeanien (33 Prozent), Europa (elf Prozent), Lateinamerika (4,8 Prozent) und Afrika (2,2 Prozent). Mit Abstand größter Kunde der USA war Saudi-Arabien (18 Prozent am Gesamtvolumen der US-Waffenexporte). Das entsprach einer Steigerung um 448 Prozent im Vergleich der beiden Berichtszeiträume.

Zuwächse aus Obama-Ära

Die US-Exporte "erreichten 2013 bis 2017 ihr höchstes Niveau seit den späten 1990er Jahren", erklärte die SIPRI-Expertin für Rüstungsausgaben, Aude Fleurant. Die Zuwächse gehen auf Verträge zurück, die unter US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Barack Obama geschlossen wurden. Weitere im vergangenen Jahr geschlossene Großverträge sichern den USA demnach auch in den kommenden Jahren ihre Spitzenposition.

Deutsche Exporte rückläufig

Deutschlands Exporte gingen im Berichtszeitraum um 14 Prozent zurück. Ein deutlicher Zuwachs war laut SIPRI allerdings bei deutschen Lieferungen nach Nahost zu verzeichnen: nach Angaben der Friedensforscher um 109 Prozent. Die drei größten Kunden für deutsche Großwaffensysteme waren Südkorea (14 Prozent), Griechenland (elf Prozent) und Israel (8,7 Prozent).

Indien, Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und China waren die fünf größten Importeure von Großwaffen. Ihr Anteil betrug insgesamt 35 Prozent. Indien und China gehörten bereits zwischen 2008 und 2012 zu den Top fünf. Die USA stehen bei den Importeuren an 14. Stelle, größter Lieferant ist Deutschland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. März 2018 um 04:49 Uhr.

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