Menschen in Miami zeigen mit Plakaten ihre Empörung über Trumps Äußerung. | Bildquelle: AFP

Reaktionen auf Trump-Äußerungen "Wir fordern Respekt für unser Volk"

Stand: 13.01.2018 04:27 Uhr

Die Empörung ist groß nach den abfälligen Bemerkungen, die der US-Präsident gegen Haiti und Afrika geäußert haben soll. 54 afrikanische Staaten fordern eine Entschuldigung - und auch aus Lateinmerika häufen sich Beschwerden in Richtung Washington.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

Die Schmähung des US-Präsidenten traf Haiti ausgerechnet am nationalen Trauertag: Am 12. Januar gedenkt die kleine Karibik-Nation der mindestens 300.000 Todesopfer des Erdbebens von 2010. Und sie erinnert an die eigene Verletzlichkeit: Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre ist Naturkatastrophen schutzlos ausgeliefert. Haiti ist auf internationale Unterstützung angewiesen. Die Entwicklungshilfe der USA ist um 25 Prozent gesunken, seit Präsident Donald Trump regiert.

"Haitianische Amerikaner leisten viel für das Land"

"Eigentlich sollte ich unserer Toten gedenken und nicht hier sitzen und die Äußerungen Trumps kommentieren", meinte Haitis Botschafter in den USA, Paul Altidor, im Fernsehsender MSNBC:

"Meine erste Reaktion war Überraschung und Enttäuschung darüber, dass der Präsident sich über eine Gruppe von Menschen so geäußert haben soll. Haiti ist ein guter Nachbar, Freund und Partner der USA. Haitianische Amerikaner leisten viel für das Land. Sie haben gut mit den anderen zusammengelebt. Für sie sind diese Äußerungen entmutigend."

Der Botschafter forderte eine Entschuldigung vom Weißen Haus. Die Regierung in Port-au-Prince bestellte den US-amerikanischen Gesandten ein.

Präsident sieht Salvadorianer in ihrer Würde verletzt

El Salvadors Präsident Ceren | Bildquelle: AFP
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El Salvadors Präsident Cerén hob den Mut seines Volkes hervor.

In El Salvador war die Nachricht schon der zweite herbe Schlag innerhalb einer Woche: Gerade erst hatte Trump angekündigt, 200.000 salvadorianische Einwanderer abschieben zu wollen, die schon seit 18 Jahren unter besonderem Schutz stehen. Die beleidigende Äußerung habe die Würde seines Volkes verletzt, so Präsident Salvador Sánchez Cerén:

"Wir haben uns bei der US-Regierung beschwert und sie an den hohen Wert der Salvadorianer erinnert. Zum Beispiel waren es unsere Bauarbeiter, die das Pentagon nach den Anschlägen vom 11. September aufbauen halfen. Oder New Orleans nach Hurrikan 'Katrina': Unsere Landsleute nahmen an Friedensmissionen teil. Wir fordern Respekt für unser mutiges und edles Volk."

Das kleine mittelamerikanische Land hat nur etwa siebeneinhalb Millionen Einwohner. Mehr als zwei Millionen Salvadorianer leben in den USA. Mittelamerika, die Karibik und Mexiko verbindet seit Generationen eine Einwanderungsgeschichte mit den USA. Deshalb werden die Äußerungen des Präsidenten über El Salvador und Haiti in der ganzen Region als Herabwürdigung empfunden.

US-Botschafter in Panama zurückgetreten

In Panama, einem der engsten Verbündeten der USA, trat der US-Botschafter John Feeley zurück, weil er diesem Präsidenten nicht mehr dienen wolle. Das Außenministerium in Washington erklärte dazu, Feeley sei aus "persönlichen Gründen" zurückgetreten.

Gemeinsame Protestnote aus Afrika

Schon unmittelbar nach Trumps Äußerungen gab es Kritik auch von Vertretern einzelner afrikanischer Staaten. Jetzt hat eine Gruppe von 54 afrikanischen Ländern den US-Präsidenten aufgefordert, sich für die Bezeichnung "Drecksloch-Länder" zu entschuldigen und sie zu widerrufen. Sie seien "äußerst erschüttert über die empörenden, rassistischen und fremdenfeindlichen Bemerkungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten", über die Medien umfangreich berichtet hätten, und verurteilten diese auf das Schärfste, erklärten die Botschafter der afrikanischen Länder bei den Vereinten Nationen in New York.

Haiti, El Salvador: Reaktionen auf Trump-Äußerungen
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko Stadt
13.01.2018 06:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Januar 2018 um 04:54 Uhr.

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